Hochsensibilität & neurotisches Verhalten: Was Trauma anrichtet

Hochsensibilität & neurotisches Verhalten: Was Trauma anrichtet

Hochsensiblen wird oft leichte Reizbarkeit und zu hohe Empfindsamkeit nachgesagt. In diesem Zusammenhang fällt auch der Begriff neurotisches Verhalten – manchmal als Fremdzuschreibung, manchmal als Selbstdiagnose.

Ist Hochsensibilität tatsächlich eine Form von Neurotizismus? Oder handelt es sich um zwei grundsätzlich verschiedene Phänomene, die lediglich oberflächlich ähnlich wirken? Alle Antworten dazu gibt’s in diesem Artikel.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Hochsensibilität und Neurotizismus

 

Hochsensibilität: Neigt unser Nervensystem zu Neurotizismus?

Wir Hochsensiblen haben bekanntlich eine erhöhte Sensitivität. Aufgrund des fehlenden Reizfilters und der hohen Dichte an Alltagseinflüssen bilden wir schneller ein dysreguliertes Nervensystem aus, als Nicht-Hochsensible.

Doch das macht uns Menschen mit Hochsensibilität noch lange nicht zu Neurotikern.

 

Typische Merkmale hochsensibler Menschen:

  • eine ausgeprägte emotionale Wahrnehmung
  • hohe Empathie und Mitgefühl
  • intensives Erleben von Freude, Traurigkeit oder Angst
  • schnelle Überforderung bei hoher Reizdichte
  • ein starkes Bedürfnis nach Rückzug und Regeneration, oft mit Reizschuld verknüpft
  • ausgeprägte Selbstreflexion

Hochsensible Menschen denken oft tiefer, komplexer und vorausschauender.

Sie erkennen Zusammenhänge, die anderen verborgen bleiben und nehmen aufgrund ihrer Energiesensibilität alle möglichen Zwischentöne wahr. Das kann sowohl eine Stärke als auch eine Belastung sein.

 

Neurotisches Verhalten: Wenn Emotionen schwer zu regulieren sind

Der Begriff Neurotizismus stammt aus der Persönlichkeitspsychologie und beschreibt die Neigung, stärker und anhaltender auf Stress, Unsicherheit und negative Emotionen zu reagieren.

Menschen mit hohem Neurotizismus erleben emotionale Zustände wie Angst, Ärger oder Traurigkeit intensiver und fühlen sich ihnen häufiger ausgeliefert.

Neurotisches Verhalten zeigt sich weniger in der Wahrnehmung selbst, sondern vor allem in der emotionalen Verarbeitung. Neurotizismus ist (oft unbewusst) gelebte Folge von Erfahrungen, die im Innen existenzbedrohliche Emotionen ausgelöst haben.

 

Typische Merkmale neurotischen Verhaltens

  • starkes Grübeln und gedankliches Kreisen
  • erhöhte Ängstlichkeit
  • emotionale Instabilität
  • Selbstzweifel, Schuldgefühle und innere Unsicherheit
  • starke Stressreaktionen
  • Schwierigkeiten, sich emotional zu beruhigen
  • Neigung zu Perfektionismus

Im Gegensatz zur Hochsensibilität ist neurotisches Verhalten oft mit einem deutlichen Leidensdruck verbunden und kann langfristig zu Erschöpfung, Angststörungen oder depressiven Symptomen führen.

Viele Eigenschaften von Neurotizismus sind den Symptomen der Hochsensibilität ähnlich, dennoch gibt es große Unterschiede zwischen den Phänomenen.

3 Merkmale neurotischen Verhaltens bei Menschen mit Hochsensibilität

 

Hochsensibilität und Neurotizismus: Zwei Konzepte, die oft verwechselt werden

Die Verwechslung von Hochsensibilität und neurotischem Verhalten ist weit verbreitet – sowohl im Alltag als auch in der Fachwelt. Das liegt daran, dass beide mit intensiven emotionalen Reaktionen einhergehen können.

Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der Ursache:

  • Hochsensibilität bedeutet, mehr und feiner wahrzunehmen.
  • Neurotisches Verhalten bedeutet, mit dem Wahrgenommenen schwer umgehen zu können.

Ein hochsensibler Mensch kann emotional stabil, reflektiert und ausgeglichen sein. Ein neurotischer Mensch hingegen fühlt sich häufig von seinen Emotionen überwältigt – unabhängig davon, wie sensibel er wahrnimmt.

Neurotizismus ist oft die Folge von Traumata.

Denn unverarbeitete seelische Wunden führen dazu, dass Situationen überdramatisiert werden und neurotisches Verhalten begünstigen. Traumatisierten Menschen ist es manchmal unmöglich, neutral und angemessen auf eine Situation zu reagieren, da in ihnen der ganze alte Schmerz getriggert wird.

Tipp: Wenn du dich mit dem Thema seelische Wunden tiefer beschäftigen möchtest, dann wirf gern einen Blick in meinen kostenfreien PDF „Trauma und Hochsensibilität – Entwicklung und Heilung von Traumata“.

 

Warum hochsensible Menschen besonders anfällig für neurotische Muster sind

Hochsensible Menschen verfügen über ein offenes, reaktionsfreudiges Nervensystem. Das macht sie empfänglicher für Schönheit, Tiefe und Verbundenheit – aber auch für Stress, Überforderung und emotionale Verletzungen.

Unsere Gesellschaft mit all ihren Dogmen und Zwängen begünstigt, dass wir HSP schnell eine Opferrolle ausbilden. Diese Haltung führt schnell zu neurotischem Verhalten.

Wenn hochsensible Menschen:

  • dauerhaft über ihre Grenzen gehen
  • ihre Bedürfnisse ignorieren
  • sich an leistungsorientierte, reizintensive Umfelder anpassen
  • emotionale Belastungen nicht verarbeiten können, weil sie ständig erreichbar sein müssen
  • und sich somit schwere Traumata ausbilden

kann sich Hochsensibilität schleichend mit neurotischen Verhaltensweisen einfärben.

Das angeborene Persönlichkeitsmerkmal bekommt dadurch eine Färbung, die manchmal sogar schon Krankheitswert hat.

Starkes neurotisches Verhalten ist nämlich mit Leidensdruck verknüpft – sowohl für Betroffene als auch deren soziales Umfeld.

 

Hochsensibilität an sich ist keine Krankheit und macht auch nicht automatisch krank. Allerdings benötigen wir hochsensiblen Menschen viel Regenerations- und Verarbeitungszeit, damit wir Eindrücke gesund im Unterbewusstsein abgelegen können. Nur so wird die Ausbildung von Trauma und neurotischem Verhalten verhindert.

Hinweis: Falls du wissen möchtest, wie Traumata aus der frühen Kindheit die Persönlichkeit beeinflussen, dann wirf gern einen Blick in meinen kostenlosen PDF „Der Mensch als Schichtmodell – Warum Entwicklung in Spiralen erfolgt“.

4 Gründe, wie Trauma bei Hochsensiblen Neurotizismus begünstigt

 

Wenn Sensibilität nicht gehalten wird: Ein typisches Beispiel

Vielleicht fragst du dich, wie sich neurotisches Verhalten bei Hochsensiblen konkret ausbilden kann. Deshalb möchte ich dir jetzt ein Beispiel geben, wie bereits alltägliche Situationen Neurotizismus begünstigen.

Eine HSP nimmt Spannungen im Team sofort wahr. Diese Person hat bereits früh in ihrer Kindheit gelernt, dass ihre Wahrnehmung nicht zählt – und es unerwünscht ist, schwelende Konflikte anzusprechen bzw. Lösungsvorschläge zu geben.

Aufgrund ihres hohen Verantwortungsbewusstseins und Erwartungen ihres Vorgesetzten sieht sie sich zudem in der Pflicht, für eine gute Stimmung zu sorgen – was zunehmend Kraft kostet und sie langfristig überfordert.

 

Nun befindet sie sich in einer Zwickmühle.

Da sind zum einen Traumata aus ihrer frühen Kindheit, zudem der Stress durch ihre Hochsensibilität im Beruf. Wenn diese HSP nun keine Chance hat, das Geschehene einzuordnen, sich gesund abzugrenzen und sich ihrer seelischen Wunden bewusst zu werden, entstehen Grübelschleifen, Selbstzweifel und innere Unruhe.

Vielleicht reagiert sie nun übermäßig gereizt und unangemessen stark auf kleinste Trigger.

Von außen wirkt das neurotisch. Tatsächlich ist dieses Beispiel eine gute Darstellung davon, wie ein hochsensibles Nervensystem durch Traumata und gesellschaftliche Konventionen so blockiert wird, dass gesunde Verarbeitung und natürliches Verhalten unterbunden werden.

 

Der Schlüssel: Selbstregulation statt Selbstverurteilung

Der gesunde Umgang mit Hochsensibilität liegt nicht im „Abhärten“, sondern in der Stabilisierung des Nervensystems. Da Neurotizismus die Folge von Trauma ist, ist es vor allem für Hochsensible wichtig, sich ein Leben aufzubauen, dass innere Heilung und Regeneration ermöglicht sowie das Risiko für emotionale Verletzungen minimiert.

Ein reizarmer Alltag und gesunde soziale Beziehungen sind wichtige Säulen dafür, dass Hochsensible neurotisches Verhalten gut regulieren bzw. vermeiden können.

 

Reizbewusstsein entwickeln

Erkenne, welche Situationen dich überfordern, was sie in dir auslösen und wie lange du brauchst, um wieder in die innere Balance zu kommen.

Es geht nicht darum, Schuldgefühle zu entwickeln, weil andere angeblich mehr Reize vertragen als du, sondern um innere Aufrichtigkeit. Die ist die Grundlage dafür, dass du Veränderungen anstoßen kannst.

 

Emotionale Selbstregulation lernen

Achtsamkeit, Atemübungen, Körperarbeit oder Schreiben helfen dir, emotionale Intensität zu verarbeiten.

Traumaarbeit ist der Schlüssel, um seelische Wunden zu heilen und Neurotizismus den Nährboden zu entziehen. Suche dir für diesen Prozess gern Unterstützung, z. B. durch tiefenpsychologische Therapeuten oder eine Beratung für Hochsensible.

3 Selbstregulationsstrategien bei neurotischem Verhalten für HSP

 

Abgrenzung kultivieren

Nicht jede Stimmung gehört zu dir.

Hochsensible Menschen profitieren besonders von klaren inneren und äußeren Grenzen. Eine mögliche Folge von Trauma ist, dass dir Abgrenzung zunehmend schwerfällt.

Deshalb lohnt sich ein Blick in die Innenwelt, um energetische Störfelder aufzuspüren, aufzulösen und zu lernen, gesunde Grenzen zu setzen.

 

Hochsensibilität schützen, neurotischen Strukturen entziehen

Richtig verstanden und gelebt, ist Hochsensibilität keine Schwäche, sondern eine tiefe Ressource. Ja, sie kann neurotisches Verhalten begünstigen, ist aber nicht die Ursache für krankhaften Neurotizismus.

Gesellschaftliche Strukturen wie z. B. Institutionen für Kinder und permanent erzeugte Ängste durch die Medien sind geradezu bedrohlich für ein hochsensibles Nervensystem. Denn viel zu hohe Erwartungen, Leistungsdruck und die massive Reizflut können Traumatisierung fördern.

Zeitgleich fehlt oft die Zeit für Verarbeitung, sodass es leider nicht verwunderlich ist, dass so viele (hochsensible) Menschen neurotische Verhaltensweisen entwickeln.

 

Wir stehen ständig unter Druck. Spätestens im Berufsleben sind wir hin und wieder von toxischen Menschen umgeben und finden uns in unnatürlichen Umgebungen wieder, die Biorhythmus, Bedürfnissen und emotionaler Gesundheit entgegenstehen.

Für viele Hochsensible ist es deshalb wichtig, ein bedürfnisgerechtes Leben aufzubauen, das:

  • ausreichend Zeit für Regeneration und Herzensbildung zulässt
  • in einem gesunden sozialen Umfeld stattfindet
  • Kreativität und Visionen zulässt
  • Druck minimiert und gesunde Emotionalität fördert
  • Verbundenheit mit sich selbst unterstützt, anstatt Anerkennung im Außen zu erfordern

Auch familiäre Dysbalancen können Traumata begünstigen und neurotische Verhaltensweisen fördern.

Deshalb sollten HSP einen kritischen Blick auf ihr Leben werfen und sich fragen, ob ein paar Stressoren nicht auch einfach vermieden werden könnten.

Neurotizismus minimieren durch gesunde Lebensgestaltung für Menschen mit Hochsensibilität

 

Häufige Fragen (FAQ): Hochsensibilität und neurotisches Verhalten

Ist Hochsensibilität dasselbe wie Neurotizismus?

Nein, Hochsensibilität und Neurotizismus sind nicht dasselbe. Hochsensibilität beschreibt eine angeborene Eigenschaft der tieferen Reizverarbeitung, bei der Sinneseindrücke, Emotionen und soziale Signale intensiver wahrgenommen werden. Neurotizismus hingegen ist ein Persönlichkeitsmerkmal aus der Persönlichkeitspsychologie und bezeichnet eine erhöhte emotionale Instabilität, etwa starke Sorgen oder Stressanfälligkeit. Hochsensible Menschen können neurotisch wirken, müssen es aber nicht sein.

Warum wirken hochsensible Menschen oft neurotisch?

Hochsensible Menschen wirken oft neurotisch, weil sie Reize intensiver verarbeiten und emotional stärker reagieren. Diese erhöhte Wahrnehmung kann zu schneller Überforderung, Grübeln oder Rückzugsverhalten führen, was von außen als Nervosität oder Überempfindlichkeit interpretiert wird. Tatsächlich handelt es sich meist um eine normale Reaktion auf Reizüberflutung, nicht um eine psychische Störung oder neurotische Persönlichkeit.

Kann Hochsensibilität zu neurotischem Verhalten führen?

Ja, Hochsensibilität kann unter ungünstigen Bedingungen zu neurotischem Verhalten führen. Wenn hochsensible Menschen dauerhaft überreizt sind, wenig Selbstregulation erlernen oder ihre Bedürfnisse ignorieren, können Ängste, Perfektionismus oder ständiges Grübeln entstehen. Dieses Verhalten ist jedoch eine Folge von Stress und fehlender Anpassung – nicht von Hochsensibilität selbst. Mit passenden Strategien lässt sich dem gut entgegenwirken.

 

Nicole Trojahn

Nicole Trojahn

Freiberufliche Autorin, Texterin und Beraterin für Hochsensible


Jeder ist neurotisch. Schwierig wird es, wenn ein Großteil der Persönlichkeit durch Neurosen gefärbt ist.

In meiner Beratung unterstütze ich HSP dabei, Traumata zu integrieren und neurotische Muster langsam abzubauen.

Falls auch du wissen möchtest, wie du seelische Verletzungen heilen kannst, um dich von neurotischem Verhalten zu befreien, kontaktiere mich gern.

 

Hochsensibilität: 7 Tipps für einen reizarmen Alltag

Hochsensibilität: 7 Tipps für einen reizarmen Alltag

Hast du auch oft das Gefühl, die Welt viel tiefer wahrzunehmen? Alle Eindrücke gehen bis ins Mark und du brauchst lange, um Erlebnisse zu verarbeiten? Dann liegt das wahrscheinlich an deiner Hochsensibilität!

Ich zeige dir heute 7 Tipps, mit denen du mit Hochsensibilität deinen Alltag entspannter und reizarmer gestalten kannst.

Auflistung der Merkmale von hochsensiblen Menschen

Was ist Hochsensibilität eigentlich?

 

Die Symptome von Hochsensibilität sind vielfältig.

HSP nehmen die Welt etwas anders wahr, als andere Menschen: tiefer, bunter, intensiver. Vielleicht gehörst auch du zu den Menschen mit besonders feinen Antennen, die ein ausgezeichnetes Gespür für Schwingungen, Stimmungen und Emotionen haben. All das kann sehr überfordernd sein.

Die Vielzahl an Reizen (z. B. Gerüche, Bilder, Stimmen), die täglich auf uns einströmen, kann das Nervensystem von Menschen mit Hochsensibilität im Alltag sehr belasten. Stark besuchte Plätze mit viel Krach und Tausend verschiedenen Eindrücken sind für Hochsensible ebenso wenig attraktiv wie Stress und Hektik im Job und Druck bei der Entscheidungsfindung.

 

Viele Hochsensible reagieren auch sehr gereizt, wenn sie Hunger haben, nervös sind oder gerade keine Möglichkeit besteht, angestaute Emotionen gesund zu entladen.

Dann kann es schnell passieren, dass es entweder zur Reizüberflutung kommt – also einem Zustand, in dem das Nervensystem aufgrund der Überforderung völlig aus der Bahn gerät, oder eine Art Dissoziation einsetzt– also die Abspaltung von den eigenen Emotionen.

Übrigens: Falls du wissen möchtest, wie du dich schnell und einfach erden kannst, dann lade dir meine PDF „Nervensystem regulieren“ herunter.

 

Bei Hochsensibilität handelt es sich also um ein bestimmtes Persönlichkeitsmerkmal, das zu einer tieferen Wahrnehmungsfähigkeit führt. Folglich benötigen Menschen mit Hochsensibilität im Alltag länger, um Eindrücke zu verarbeiten und sich von all den Reizen zu erholen.

 

Hinweis: Hochsensibilität ist keine Krankheit! Es handelt sich nicht um eine Diagnose, sondern beschreibt eine Eigenschaft, die derzeit ca. 20 bis 25 % der weltweiten Bevölkerung aufweisen.

Tipps, um Reizüberflutung bei Hochsensibilität sofort stoppen

Symptome von Hochsensibilität: Bin ich hochsensibel?

 

Die Symptome von Hochsensibilität sind vielfältig und auf allen möglichen Ebenen spürbar – körperlich, seelisch und psychisch. Durch die erhöhte Sensibilität gegenüber Reizen geraten Menschen mit Hochsensibilität im Alltag schneller in Stress – und das macht sich ganz unterschiedlich bemerkbar.

Die eigene Hochsensibilität besser erforschen durch das Buch "Hochsensibilität verstehen und leben: 50 Inspirationen, um die eigene Hochsensibilität besser kennenzulernen"

Körperliche Symptome von Hochsensibilität

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien
  • Überempfindlichkeiten (z. B. gegenüber Medikamenten)
  • Verspannungen (z. B. durch hochgezogene Schultern), kommt oft vor, wenn Hochsensible einkaufen gehen
  • Hautirritationen und -ausschläge (z. B. bei kratziger Wollkleidung)
  • vermehrtes Schwitzen (vor allem in Stresssituationen)
  • Neigung zur Ausbildung von Reizdarm, Hautkrankheiten und Migräne

 

Psychische Symptome von Hochsensibilität

  • erhöhte Anfälligkeit gegenüber Depressionen und Angststörungen
  • permanente Unruhe und Hang zu Perfektionismus (In der PDF „Perfektionismus gesund abbauen“ lernst du, wie du freundlicher und nachsichtiger mit dir umgehen kannst.)
  • Schwierigkeiten, sich zu entspannen und fallenzulassen
  • erhöhte Anfälligkeit, traumatisiert zu werden
  • Grübelschleifen, holistisches Denken
  • Offenheit und Lernfreude
  • Hochsensibilität im Beruf führt oft zur Übernahme von zu viel Verantwortung

 

Seelische Merkmale von Hochsensibilität

  • Tiefgründigkeit: Menschen mit Hochsensibilität nehmen den Alltag, ihre Umwelt und ihr Innenleben extrem detailliert und reflektiert wahr, analysieren das Geschehen und setzen es in Kontext.
  • Einfühlungsvermögen: Hochsensible sind extrem empathisch und haben ein ausgezeichnetes Gespür für die Schwingungen in ihrem Umfeld. Die hohe Empathie führt oft zu einem hohen Verantwortungsbewusstsein und der Annahme, die Gefühle anderer Menschen regulieren zu müssen.
  • Komplexe Gefühle: Die Gefühlswelt ist nicht nur bunt, sondern auch extrem komplex. Alle Emotionen werden intensiv wahrgenommen.
  • Kreativität: Hochsensible sind sehr kreativ, musikalisch und künstlerisch begabt. Dadurch finden sie auch unkonventionelle Lösungen und können so Entwicklungen vorantreiben.
  • Reizbarkeit: Alle möglichen Reizarten werden sehr intensiv empfunden. Das kann schnell zu Stress und Verhaltensweisen führen, die andere Menschen für unangebracht und anstrengend halten (z. B. Wutanfall aufgrund von Überforderung).

 

Tipp: Wenn du lernen willst, mit deiner Hochsensibilität im Alltag besser zurechtzukommen, schau gern in meine PDF „Reizarme Alltagsgestaltung für Menschen mit Hochsensibilität“ hinein!

Eigenschaften von Hochsensibilität: tiefe Wahrnehmung, intensive Sinnesverarbeitung, schnellere Überforderung, komplexe Emotionalität

Ursachen der Hochsensibilität: Angeboren oder erworben?

 

Laut Nachforschungen von Michael Harslem gibt es verschiedene Ursachen, die die Ausbildung von Hochsensibilität erklären könnten. Tatsächlich ist sich die Wissenschaft noch nicht ganz einig darüber, was zur Entwicklung von Hochsensibilität führt – und warum einige Menschen hochsensibel sind und andere nicht.

Es wird vermutet, dass verschiedene Faktoren eine Rolle spielen (z. B. Hochsensibilität der Eltern, Umweltbedingungen während der Schwangerschaft). Zudem arbeiten gewisse Hirnareale bei Hochsensiblen etwas anders, wodurch eine erhöhte Reizempfindlichkeit erklärt werden könnte. Fakt ist jedenfalls, dass die Vielfalt und Intensität der Reize stark zunimmt und dies eine Belastung für das (vor allem frühkindliche) Nervensystem darstellt.

Es wird aufgrund unserer schnelllebigen Zeit und der stetig höheren Ansprüche immer herausfordernder, Hochsensibilität im Alltag gesund zu leben.

 

Angeborene Hochsensibilität

Laut Untersuchungen von Elaine Aron (der Begründerin der Hochsensibilität) handelt es sich um eine angeborene Eigenschaft. Die Veranlagung zu einer tiefen Reizverarbeitung führt zu einer höheren Empfindsamkeit, einer tiefen Wahrnehmungsfähigkeit und einem permanent höheren Stresslevel. Elaine Aron hat festgestellt, dass Hochsensibilität also vererbt wird.

 

Erworbene Hochsensibilität

Die Persönlichkeitspsychologie geht davon aus, dass Hochsensibilität auch erworben werden kann. Traumatische Erfahrungen – besonders während der frühkindlichen Entwicklung – können dazu führen, dass sich eine höhere Empfindlichkeit gegenüber Reizen ausbildet und sich das Nervensystem (ähnlich wie bei Krankheitsbildern infolge von Traumata) dauerhaft in einer gewissen Alarmbereitschaft befindet.

 

Hinweis: Ich persönlich glaube, dass es eine Mischung ist. Wer mit einem empfindsameren Nervensystem auf die Welt kommt und in Anbetracht viel zu vieler Reize ständig Stress ausgesetzt ist, ist auch anfälliger dafür, traumatisiert und demzufolge noch sensibler zu werden.

 

 

7 Alltagstipps, um gut mit Hochsensibilität zurechtzukommen

 

Wie geht man mit Hochsensibilität um?

Gerade im hektischen Alltag ist es sehr herausfordernd, die eigene Hochsensibilität zu leben. Überall lauern Reizquellen, Stress und Überforderung. Um das hochsensible Nervensystem nicht zu überlasten, ist es wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen und den Alltag so bedürfnisgerecht wie möglich zu gestalten.

 

1. Mit Reizquellen bewusst umgehen

Akustische und visuelle Reize sind oft die, die uns aufgrund unserer Hochsensibilität im Alltag am meisten zu schaffen machen. Anstrengende Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln, ein ständig klingelndes Smartphone und trubeliges Stadtgewimmel können uns schon ziemlich zusetzen.

Auch starke Gerüche wie Abgase und starkes Parfum sind für unser Nervenkostüm eine Belastung. Viele Hochsensible sind auch sehr vorsichtig, was den Körperkontakt zu anderen Menschen angeht. Das ist völlig in Ordnung und du solltest dir erlauben, das auch zu kommunizieren.

Du darfst dir erlauben, Reizquellen bewusst zu meiden und auf ein erträgliches Maß einzudämmen.

Mit diesen einfachen Tipps kannst du als HSP Reizquellen bewusst meiden:

  • Verzichte auf kratzige Textilien auf der Haut, um Hautirritationen vorzubeugen.
  • Schalte dein Smartphone nach dem Feierabend aus, um der ständigen Erreichbarkeit zu entgehen.
  • Begrenze deine Zeit auf Social Media auf das Minimum.
  • Nimm dir Kopfhörer oder Ohropax mit, wenn du unter vielen Leuten bist.
  • Suche dir im Vorhinein Orte, wo du zur Ruhe kommen kannst, wenn deine Hochsensibilität im Alltag überstrapaziert wird.
  • Verzichte auf allzu scharfe Speisen und achte auf magenschonende Lebensmittel, die so naturbelassen wie möglich sind.
  • Nimm dir ausreichend Zeit für dich, die du verbringen kannst, wie du gerade möchtest.

2. Grenzen setzen und verteidigen

Dies ist geradezu die Königsdisziplin, um die Hochsensibilität im Alltag gut schützen zu können.

Aufgrund unserer großen Empathie für alles und jeden fällt es uns extrem schwer, unsere eigenen Grenzen zu wahren. Manchmal stehen wir auch so unter Strom, dass wir unsere Bedürfnisse und Grenzen gar nicht mehr wahrnehmen. Und dann geraten wir in eine ungesunde Spirale aus Überforderung, Druck und Selbstsabotage.

Grenzen setzen ist in einer so funktionalen Welt wie unserer die einzige Chance, damit wir nicht permanent aus dem Gleichgewicht geraten.

Zugegeben: Spaß macht es am Anfang nicht, „Nein“ zu sagen. Und dennoch ist dies ein wahrer Beweis dafür, dass du dich und deine Emotionen ernst nimmst.

 

Für klare Grenzen kannst du als hochsensibler Mensch Folgendes tun:

  • Verbindlichkeiten auf das Mindestmaß reduzieren und Verabredungen auch mal absagen, wenn du dich nicht gut fühlst.
  • Vor allem im Job und in Beziehungen konkret besprechen, was deine Aufgaben sind – und welche Verbindlichkeiten jemand anderem gehören. Wir Hochsensiblen wissen nämlich manchmal nicht, dass andere auch Verantwortung tragen können.
  • „Nein“-sagen solltest du wirklich üben. Mach dir bewusst, dass du das machst, um dich und deine Gesundheit zu schützen, und nicht, um jemand anderem zu schaden.
  • Suche dir professionelle Hilfe oder eine Beratung für Hochsensible, um dich besser mit dir selbst zu verbinden. Dann fällt es dir automatisch leichter, deine Grenzen zu ziehen und deine Hochsensibilität im Alltag zu schützen.
  • Lass dich nicht von anderen emotional erpressen. Ja, es mag ihnen gerade nicht gut gehen. Aber es ist nicht deine Verantwortung, sie zu retten!
Grenzen setzen für Hochsensible: Grenzen erkennen, Grenzen kommunizieren, Verbesserungen durchführen, Konsequenzen ziehen

3. Mechanismen erlernen, um Reize und Eindrücke gesund abzubauen

Wer mit feinen Antennen ausgestattet ist, dem geht alles bis ins Mark.

Uns Menschen mit Hochsensibilität fehlt gewissermaßen ein Reizfilter im Gehirn, eine schützende Barriere, die uns davor bewahren würde, alles im Unterbewusstsein abzuspeichern. Alles, was im Kurzzeitgedächtnis ankommt, gelangt automatisch in unser Langzeitgedächtnis – ohne, dass in sinnvolle und sinnlose Informationen unterschieden wird.

Das hat zur Folge, dass wir aufgrund unserer Hochsensibilität im Alltag leichter traumatisiert werden, wenn wir keine Strategien haben, um starke Eindrücke und Emotionen gesund zu verarbeiten.

 

Das Abspalten von überfordernden Reizen ist bestenfalls eine kurzfristige Notlösung. Dauerhaft führt dies nur dazu, dass du emotional immer mehr abstumpfst. Und das ist nicht wirklich optimal, sondern raubt dir eine Menge Lebendigkeit.

Um Hochsensibilität im Alltag zu bewältigen, ist es sinnvoll, das Erlebte zu reflektieren, ohne sich in den Emotionen komplett zu verlieren. Auch offene Kommunikation, Journaling, Meditation und Achtsamkeitsübungen können dich dabei unterstützen, belastende Alltagssituationen gut zu verarbeiten. Im Grunde geht es darum, diese energetischen Eindrücke zu neutralisieren bzw. gesund zu verarbeiten.

 

4. Routinen in den Alltag integrieren

Gerade in einer Welt, die sich ständig verändert, ist es wichtig, sich eigene Strukturen zu schaffen. Ein gut strukturierter Tagesplan erhöht das Sicherheitsgefühl und hilft dir dabei, besser mit emotionaler Überforderung zurechtzukommen. In meinem PDF „Selbstfürsorge für Hochsensible“ findest du viele tolle Inspirationen für Alltagsroutinen.

Das Beste ist: Du kannst dir deine Routinen so in den Tagesplan integrieren, wie es sich für dich richtig anfühlt.

Vielleicht hilft es dir, jeden Morgen eine halbe Stunde durch den Wald zu spazieren, um dich und deine Hochsensibilität für den Alltag zu wappnen. Vielleicht profitierst du am meisten von einem festgelegten Ernährungsplan (PDF „gesunde Ernährung“) oder einer bestimmten Abfolge von Entspannungstechniken nach dem Feierabend.

Hochsensibilität im Alltag leben mit 5 Achtsamkeitsübungen für alle 5 Sinne

Hinweis: Du wirst wahrscheinlich ganz andere Routinen benötigen, als Nicht-Hochsensible. Vergleiche dich nicht mit ihnen, denn sie sind einfach ganz anders gestrickt. Was auch immer dir dabei hilft, deine Hochsensibilität im Alltag gesund zu leben – mach es! Gib dir die Erlaubnis dazu, deinen Tagesablauf nach deinen Bedürfnissen zu gestalten.

 

Diese 5 Routinen können dir im Umgang mit deiner Hochsensibilität im Alltag helfen:

  1. Stelle dir den Wecker jeden Tag auf dieselbe Uhrzeit und gehe abends zur immer gleichen Zeit ins Bett.
  2. Suche dir einen Wochentag aus, an dem du dich nur um dich selbst kümmerst.
  3. Bereite dich emotional darauf vor, wenn du deinen Alltag startest und dich in schwierige Situationen begibst. Ein imaginärer Schutzschild und ermutigende Selbstgespräche sind gut geeignet, um dich für Herausforderungen zu wappnen.
  4. Wenn dich soziale Kontakte belasten und dir Energie rauben, überlege dir eine Routine, um dich von anstrengenden Schwingungen zu erholen. Ein warmes Bad und energetische Reinigungsübungen sind gute Möglichkeiten, um deine soziale Batterie wieder aufzuladen.
  5. Richte dir jeden Tag eine Zeit ein, in der du dich mit einem Menschen triffst, dem du vertraust. Nun kannst du dich emotional öffnen, Ballast abwerfen und gemeinsam mit deinem Gegenüber nach Lösungen für Probleme suchen.

 

5. Mitgefühl mit sich selbst entwickeln

In einer Welt, die uns gern zum Funktionieren zwingen möchte, bleibt etwas sehr Wichtiges oft auf der Strecke: Selbstmitgefühl.

Leider lernen wir oft, unsere Hochsensibilität im Alltag zu verurteilen, weil wir dadurch oft mehr Zeit benötigen, emotionaler reagieren und im klassischen Sinn nicht so leistungsfähig sind. Dabei sind wir emotionale Leistungsträger in dieser Gesellschaft und müssen uns zudem mit jeder Menge Trauma, Anforderungen und Erwartungen auseinandersetzen.

 

Selbstmitgefühl ist für Hochsensible ganz besonders wichtig, denn aufgrund unserer Gabe fühlen wir uns von anderen ja oft ziemlich unverstanden. Nur wir selbst wissen, warum wir uns wann wie fühlen und können uns mit dem versorgen, was wir brauchen.

Und es ist anfangs auch gar nicht so einfach, einen liebevollen Umgang mit sich selbst zu pflegen – schließlich haben wir alle in irgendeiner Art und Weise erfahren, für unser Sein und unsere Emotionen verurteilt worden zu sein.

Ich möchte dich deshalb dazu ermutigen, Mitgefühl mit dir zu haben. Deine Verletzungen und Narben verdienen es, anerkannt und geheilt zu werden. Deine Seele verdient es, geachtet und respektiert zu werden. Deine Gefühle verdienen es, akzeptiert, umsorgt und gehalten zu werden.

Kein Mensch auf der Welt hat dein Mitgefühl mehr verdient, als du.

 

Hinweis: Gerade am Anfang kann es sich merkwürdig anfühlen, liebevoll mit sich umzugehen. Wer immer erfahren hat, dass andere einen verurteilt haben, der tut sich schwer damit, plötzlich Selbstmitgefühl zu haben. Falls du große Schwierigkeiten damit haben solltest, die verurteilenden Stimmen in dir zu besänftigen, dann scheue dich nicht davor, dir Hilfe zu suchen. Es lohnt sich!

 

6. Gesunde Selbstfürsorge etablieren

Vor allem wir Hochsensiblen wachsen oft in dem Glauben auf, Selbstfürsorge sei egoistisch. Dem ist aber absolut nicht so! Im Gegenteil: Selbstfürsorge ist die Grundlage für, anderen überhaupt erst helfen zu können und das Miteinander positiv zu beeinflussen.

Ohne ausreichend Pflege auf körperlicher, psychischer und seelischer Ebene läufst du ziemlich schnell Gefahr, deine Grenzen zu übertreten und auszubrennen.

5 Ebenen der Selbstfürsorge, um Hochsensibilität im Alltag gesund zu leben

Versuche deshalb, deine Selbstfürsorge gut im Blick zu behalten und deine Hochsensibilität im Alltag zu pflegen. Gerade für uns Hochsensible ist es extrem wichtig, dass wir uns gut um unsere zarte Seele kümmern. Die Welt verlangt schließlich viel von uns ab – und wenigstens wir selbst sollten uns den Raum und die Zeit nehmen, damit wir uns gut um uns kümmern können.

Menschen mit Hochsensibilität verstehen unter Selbstfürsorge oft ganz andere Dinge, als Menschen mit weniger feinen Antennen. Während andere sich entspannen, wenn sie unter vielen Leuten sind, suchen wir eher die Stille und sind gern allein.

 

5 Ideen für eine gesunde Selbstfürsorge im Alltag 

  1. Schalte dein Smartphone ab, sorge dafür, dass du allein bist und gönne dir ein paar Stunden in deiner Badewanne. Mach es dir richtig gemütlich (z. B. mit einer Duftlampe und Kerzen). Vielleicht magst du entspannende Musik hören oder etwas lesen.
  2. Frage einen vertrauten Menschen, ob er dir eine Massage gibt – ohne Erwartungen und auch wirklich nur, wenn du dich sicher fühlst. Damit unsere Körper entspannen können, brauchen wir etwas Zeit und viel Vertrauen.
  3. Triff dich mit Menschen, bei denen du dir erlauben kannst, du selbst zu sein. Du musst gar nicht viel erzählen. Oft hilft es schon, in verständnisvolle Augen zu sehen. Vielleicht rollen ein paar Tränen, vielleicht möchtest du auch nach einer Lösung für ein Problem fragen. Alles ist OK. Es geht darum, psychischen Stress gesund abzubauen.
  4. Pflege dein inneres Kind, indem du einen Tag lang machst, was ihm Freude bereitet. Einen Kinderfilm schauen, ein Märchen anhören, eine Bude bauen, Süßigkeiten essen: Erlaube dir, dich mit all dem zu versorgen, was du als Kind schon als angenehm gefunden hast. So kannst du deine Hochsensibilität im Alltag richtig ausleben und die Verbindung zu dir selbst stärken.
  5. Schnapp dir dein Auto und fahre einfach mal für ein paar Stunden weg. Gib niemandem Bescheid und schalte dein Smartphone aus. Genieße einfach die Zeit allein, mach einen Spaziergang durch die Gegend und atme richtig tief ein und aus.

 

7. Austausch mit Gleichgesinnten suchen

Menschen sind bekanntlich soziale Wesen – und wir Hochsensiblen haben eine ganz besonders stark ausgeprägte Ader. Wir fühlen uns so sehr mit anderen verbunden, dass es manchmal schon fast weh tut. Und wenn wir uns in einem eher toxischen Umfeld befinden, leiden wir umso mehr.

Der Kontakt zu anderen Menschen mit Hochsensibilität im Alltag ist für unsere Seele kein „nice-to-have“, sondern notwendig. Deshalb solltest du auf die Suche nach anderen Hochsensiblen gehen, die deine tiefe Wahrnehmung spiegeln können und dir das Gefühl geben, mit deiner komplexen Emotionalität nicht allein zu sein.

Um Kontakte zu anderen hochsensiblen Menschen aufzubauen, gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Vernetze dich auf Social Media mit Content Creators, die sich mit Hochsensibilität beschäftigen.
  • Melde dich in Foren über Hochsensibilität an.
  • Nutze Portale wie z. B. Gleichklang, um dich in einem sicheren Raum mit hochsensiblen Menschen zu vernetzen und auszutauschen. Zwar ist das mit Kosten verbunden, dafür wirst du aber sehr gut betreut und musst keine Angst vor Leuten haben, die schlechte Absichten verfolgen.
  • Recherchiere, ob es in deiner Umgebung regelmäßige Treffen für Hochsensible gibt. In einigen Regionen haben sich Selbsthilfegruppen gebildet, die sich über den Alltag mit Hochsensibilität und all seine Herausforderungen austauschen.
  • Schaue in Netzwerken vorbei, um dich noch mehr über Hochsensibilität zu informieren, mit anderen auszutauschen und Unterstützung zu erhalten (z. B. Netzwerk Hochsensibilität oder Große Schwester).

Wie du als hochsensible Person das Leben genießen kannst

 

Tatsächlich ist es mit Hochsensibilität nicht ganz einfach, einen entspannten Alltag zu leben. Dennoch empfinde ich persönlich meine eigene Hochsensibilität als Geschenk, erinnere mich aber auch an Zeiten, in denen sie für mich eher ein Fluch war.

Deine Gabe bringt so viel Tiefe, Farbe und Komplexität mit sich. Und trotz dem die Welt noch nicht so wirklich erkannt hat, dass es beim „Menschsein“ in erster Linie um Emotionen und Schwingungen geht, kannst du eine Menge dafür tun, um mit deiner Hochsensibilität ein erfülltes Leben zu leben.

Hochsensibilität im Alltag erfüllt leben: 10 Tipps

Lass dich auf jeden Fall nicht von anderen Menschen beirren! Nur du selbst weißt, was du brauchst, um deine bunten Facetten gesund leben zu können!

 

Vorteile von Hochsensibilität

  • Empathie: Du bist ein Geschenk für diese Welt! Dein Einfühlungsvermögen macht dich zu einem extrem sozialen, verständnisvollen und liebevollen Menschen.
  • Kreativität: Du siehst Lösungen, statt Probleme! Dein guter Draht zur nicht sichtbaren Welt spiegelt sich in deiner ausgeprägten kreativen Ader wider und führt zu unkonventionellen, wenn nicht sogar revolutionären Lösungsansätzen.
  • Reflexion: Während andere sich in der Opferhaltung sehen, nimmst du ein bisschen Abstand zu dir ein uns setzt deine Empfindungen in Kontext. Deine Hochsensibilität hilft dir dabei, im Alltag einen kühlen Kopf zu bewahren und Strategien zu finden, um noch besser mit dir umzugehen.
  • Verständnis: Durch die gute Verbindung zu dir selbst, kannst du auch andere verstehen. Du verurteilst nicht, denn du kannst die Zusammenhänge nachvollziehen.
  • Flexibilität: Du kannst dich auf andere Menschen und Situationen einstellen. Manchmal braucht das etwas Zeit und das ist OK. Generell sind Hochsensible sehr offenherzig und neugierig, wodurch sie sich schnell in neue Dinge einarbeiten können und möchten.

 

Du siehst – neben all den Herausforderungen, die Hochsensibilität im Alltag mit sich bringt, so ist sie doch auch eine schützenswerte und wunderbare Gabe.

Hinweis: Um in dieser hektischen Welt nicht unterzugehen, solltest du dein Leben so gut es geht an deine Bedürfnisse anpassen. Scheue dich nicht davor, deine Grenzen zu ziehen und deine Meinung zu sagen, auch wenn du glaubst, damit anzuecken. Authentisch sein ist zwar manchmal anstrengend, aber langfristig der einzige Weg, um wirklich bei dir bleiben zu können.

 

Hochsensibilität im Alltag einsetzen – für ein erfülltes Leben

  1. Vertraue deinem Bauchgefühl: Deine Intuition ist dein Kompass. Während dein Kopf noch mit Glaubenssätzen, Gedanken und Normen kämpft, weiß dein Bauchgefühl schon längst, was zu tun ist. Versuche, immer besser darauf zu hören, auch wenn die Impulse im ersten Moment keinen Sinn ergeben sollten.
  2. Wohne, wie du willst: Städtischer Trubel ist auf Dauer nichts für Hochsensible. Überlege, wie du relativ reizarm und naturnah leben kannst. Manchmal ist es gar nicht nötig, viel Geld zu haben. Vielleicht hast du ja Lust, alternative Wohnkonzepte auszuprobieren (z. B. das Leben in einer Jurte, einem Camper oder einem Tiny House). Wichtig ist, dass du bedürfnisgerecht wohnst.
  3. Kommuniziere deine Emotionen: Für Menschen, die ihre Emotionen ständig verstecken und unterdrücken, kannst du einen großen Unterschied machen. Denn du zeigst ihnen, wie es dir geht, was dich bewegt und wie deine Emotionen dein Leben färben. Das hilft diesen Menschen vielleicht, sich mehr mit sich selbst auseinanderzusetzen und ihre Emotionen in die Heilung zu bringen.
  4. Probiere dich aus: Hochsensibilität zeigt sich im Alltag durch sich ständig verändernde Interessen. Das ist etwas Gutes, denn so kannst du ganz verschiedene Dinge in deinem Leben ausprobieren (z. B. Handwerken, Gärtnern, Nähen, Malen, Tanzen). Das macht dein Leben lebendig und bunt, aufregend und schön.
  5. Arbeite kreativ und flexibel: Hochsensible Menschen arbeiten gern allein und fühlen sich in kreativen Berufen mit vielen Freiräumen am wohlsten. Vielleicht kannst auch du dir ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem du die Möglichkeit hast, deine Hochsensibilität im Alltag auch beruflich auszuleben (z. B. als Künstlerin, Autor, Designer etc.).
Hochsensibel im Job: Darauf solltest du achten!

 

Fazit: Hochsensibilität im Alltag leben

 

Deine Hochsensibilität ist ein Teil von dir.

Auch wenn sie manchmal etwas herausfordernd ist, so bringt sie doch eine Menge Farbe, Tiefe und Schönheit in dein Leben. Versuche, deine Hochsensibilität zu akzeptieren und deinen Alltag so reizarm wie möglich zu gestalten. Scheue dich nicht davor, deinen Bedürfnissen nachzukommen – auch wenn sie vielleicht unkonventionell sind.

Je authentischer du lebst, desto erfüllter fühlt sich dein Alltag mit Hochsensibilität an.

 

Wenn du wissen möchtest, wie du dein hochsensibles Kind im Alltag unterstützen kannst, dann schau gern in meinen Blogartikel hinein!

 

Nicole Trojahn

Nicole Trojahn

Freiberufliche Autorin, Texterin und Beraterin für Hochsensible


Vor allem wir Hochsensiblen profitieren davon, wenn unser Alltag so reizarm und bedürfnisorientiert wie möglich ist.

In meiner Beratung helfe ich Hochsensiblen dabei, ihren Tagesablauf „hochsensiblenfreundlich“ zu gestalten, sodass ausreichend Zeit für Regeneration bleibt.

Gern unterstütze ich dich dabei, eine gesunde Balance zwischen Pflichten und Entspannung zu finden.

 

Hochsensibilität & Schwingungen: 3 Tipps für einen besseren Schutz

Hochsensibilität & Schwingungen: 3 Tipps für einen besseren Schutz

Du kennst das sicher: Du betrittst einen Raum und weißt sofort, wie die Atmosphäre ist. Oder du siehst einem Menschen an, wie es ihm tief im Inneren geht. Durch deine hochsensiblen Antennen können dich Schwingungen schnell überfordern. Ich zeige dir heute, wie du dich besser schützen kannst.

 

Du nimmst mit:

  • wie du im Alltag Reizen aus dem Weg gehst
  • warum es dir so schwer fällt, dich von Schwingungen abzugrenzen
  • was du tun kannst, um dich schnell und einfach zu regenerieren

 

Hochsensibilität & Schwingungen: Die Wahrnehmung des Unsichtbaren

 

Offensichtliche Reize sind die eine Sache.

Laute Geräusche, grelle Farben und kratzige Wolle auf der Haut sind schon anstrengend. Es ist eine Herausforderung, den Alltag so zu gestalten, dass die von HSP gefürchtete Reizüberflutung ausbleibt (Skills, um mit Reizen umzugehen, findest du in „Greta spürt einfach viel mehr“).

Aber dann sind da noch die ganzen Schwingungen. Jeder Mensch strahlt etwas aus. Immer. Und du kannst es wahrnehmen. Sich davor zu schützen, ist noch mal ein Stückchen schwieriger.

 

ABER NICHT UNMÖGLICH!

Das, was du wahrnimmst – ob bei Menschen oder Tieren, in Situationen oder auch in der Natur, ist real. Auch, wenn du dich deswegen als Hochsensibler unverstanden fühlst – vor allem von Nicht-HSP.

Hochsensibilität geht mit der Fähigkeit einher, Schwingungen intensiv zu spüren.

Und weil die Welt gerade etwas chaotisch ist, sind die Schwingungen – gelinde gesagt – ausbaufähig und anstrengend. Zumindest ist das mein Eindruck.

Trotzdem gibt es Möglichkeiten, dich vor allzu schlechten Schwingungen zu schützen, um dich und deine Hochsensibilität nicht unnötig überzustrapazieren.

Unsichtbare Dinge, die Hochsensible wahrnehmen: Energie, Schwingungen, Stimmungen, Unterbewusstsein

 

Praktische Alltagsgestaltung: So gehst du als HSP Schwingungen aus dem Weg

 

Wir leben alle auf dem gleichen Planeten.

So richtig entkommen kannst du all den Schwingungen nicht. Aber das musst du auch nicht! Meistens hilft es schon, wenn du dein Schwingungspensum ein bisschen reduzierst.

Ich habe versucht, die Strukturen meines Alltags so zu bauen, dass möglichst wenig Schwingungen auf mich einprasseln.

 

Mit diesen 10 Ideen kannst du Schwingungen um dich herum trotz Hochsensibilität etwas eindämmen:

  • Du arbeitest am besten von zuhause aus oder in einem Büro ganz für dich allein. Dort kannst du authentisch sein und minimierst das Risiko, mit anderen mitzuschwingen.
  • Du schaffst dir in deinem Zuhause einen Rückzugsort, der nur dir gehört.
  • Du hältst dich von Menschen fern, die permanent Unzufriedenheit oder latente Aggression ausstrahlen.
  • Du reduzierst die Zeit mit Menschen (vor allem mit denen von der anstrengenden Sorte) auf ein Minimum.
  • Du verbringst jeden Tag Zeit in der Natur, um dich zu erden.
  • Du gehst zum Einkaufen, wenn gerade nicht viel los ist (z. B. mittags).
  • Du planst deine Termine so, dass du mit wenigen Menschen in Kontakt kommst (z. B. beim Arzt).
  • Du erlaubst dir, zu Feiern und Treffen zu kommen und zu gehen, wann du willst.
  • Du schraubst deine Erwartungen an dich auf ein Minimum herunter, um dich zu erholen, wenn es sein muss.
  • Du nimmst dir regelmäßig Auszeiten, auch von Menschen, die du gernhast und mit denen du dich verbunden fühlst.

VERGISS NICHT: Du musst niemandem etwas beweisen und solltest deine Hochsensibilität im Alltag gut beschützen. Sie ist deine Superkraft!

Gesunder Umgang mit Schwingungen für Menschen mit Hochsensibilität

 

Hochsensibilität & Schwingungen: Darum fällt es dir schwer, dich abzugrenzen

 

Glaub mir: Ich weiß genau, wie schwer es ist, sich mit Hochsensibilität von Schwingungen abzugrenzen.

Es liegt in der Natur hochsensibler Menschen, mit anderen mitzuschwingen – aber in Zeiten wie diesen ist diese Fähigkeit oft eine Belastung und kann deiner Gesundheit schaden.

Ich habe mich deshalb gefragt:

Warum fällt es mir so schwer, bei mir zu bleiben? Warum habe ich oft das Gefühl, in den anderen einzutauchen und dabei den Kontakt zu mir selbst zu verlieren?

Mach ich das aus Angst, nicht gut genug zu sein?

 

Meine Antwort? Es ist eine Mischung aus einem Verantwortungsgefühl dem anderen Gegenüber und hat auch etwas damit zu tun, dass ich etwas von ihm haben möchte.

ICH HABE ERWARTET, DASS MIR MEIN GEGENÜBER DABEI HILFT, EIN INNERES ZUHAUSE ZU FINDEN.

So nach dem Motto: Vielleicht kann ich bei dir innere Geborgenheit finden und übernehme im Gegenzug die Verantwortung für dich.

DAS IST NICHT GESUND! Dieses Muster führt zu absoluter Überforderung und Selbstaufgabe.

Ich habe es erkannt und kann endlich gegensteuern. Konkret bedeutet das:

  1. Mehr Eigenverantwortung für mich tragen.
  2. In mir ein inneres Zuhause finden.
  3. Den anderen in seine Eigenverantwortung entlassen.

Vielleicht hast ja auch du irgendwelche ungelösten Konflikte oder Bedürfnisse, durch die es dir schwerfällt, dich und deine Hochsensibilität vor den Schwingungen der anderen zu schützen.

 

Alles zu viel? So regenerierst du dich von all den Schwingungen!

 

Passiert es dir noch oft, dass du so sehr mit anderen mitschwingst, dass du das Gefühl für dich selbst verlierst? Es dauert eine Weile, bis du sicher bei dir bleiben kannst. Und es ist auch normal, wenn du dich hin und wieder von Schwingungen überfordert fühlst.

Trotzdem solltest du kontinuierlich daran arbeiten, gut auf dich zu achten und Grenzen zu setzen.

Und wenn du dich wieder einmal fühlst, als ob du dich in jemand anderem völlig aufgelöst hast, dann verzweifle nicht! Es ist eine Kunst, Hochsensibilität gesund zu leben und dich vor Schwingungen zu schützen! Vor allem, wenn Hochsensible Intimität erleben, ist es schwierig, sich abzugrenzen.

3-Schritte-Soforthilfe, um sich von Schwingungen zu erholen - für Hochsensible

 

Hier sind ein paar Tipps, wie du die Verbindung zu dir selbst schnell wieder herstellen kannst:

  • Hochsensibilität und Intuition gehören zusammen! Atme tief ein und aus und versuche, wieder in Kontakt mit deinem Bauchgefühl und deinem Körper zu kommen.
  • Scheue dich nicht, dich anderen Menschen mitzuteilen! Menschen, die dich lieben, werden respektieren, dass du Zeit für dich brauchst und daher etwas Abstand nötig ist.
  • Probiere aus, was dir hilft, bei dir anzukommen und mache dir eine „Erste-Hilfe-Liste“. Starke Reize (z. B. eiskalt duschen, mit nackigen Füßen über Kies laufen) können helfen.
  • Sprich mit vertrauten Menschen darüber, dass du unbeabsichtigt in ihr Schwingungsfeld eintauchst. Vielleicht könnt ihr euer Verhalten so abändern, dass die Wahrscheinlichkeit dafür in Zukunft geringer wird.
  • Regelmäßige Rituale geben dir Sicherheit und können dir dabei helfen, dich besser abzugrenzen. Halte nach einem passenden Ritual Ausschau, das du immer dann machst, wenn du das Gefühl hast, dich zu verlieren.

Egal, ob es auf Anhieb klappt, oder nicht: AN DIR UND DEINER HOCHSENSIBILITÄT IST NICHTS FALSCH!

Auch wenn es manchmal unangenehm ist – ich bin mir sicher: Du wirst einen Weg finden, dich als HSP besser von den Schwingungen um dich herum zu schützen!

 

Fazit: Hochsensibilität & Schwingungen – Lerne, mehr bei dir zu bleiben!

 

Ich finde, es ist wahrlich eine Meisterschaft, als hochsensibler Mensch bei sich zu bleiben und nicht im Meer der Abertausend Schwingungen unterzugehen!

Wenn du gelernt hast, die Wellen wahrzunehmen, aber nicht mehr in ihnen einzutauchen, wird dein Leben einfacher. Bis dahin ist es ein Stück Weg.

Ich selbst habe da auch noch ein bisschen Arbeit vor mir.

 

ABER DU SCHAFFST DAS! Genauso, wie ich das auch schaffen werde.

Vielleicht fällt es dir leichter, deine Hochsensibilität vor den Schwingungen anderer zu beschützen, wenn du dich noch besser um deine Bedürfnisse kümmerst. Je mehr Eigenverantwortung du trägst, desto besser kannst du deine Grenzen (und die der anderen) wahren.

Ich wünsche dir auf deinem Weg viel Kraft, wunderbare Erkenntnisse und alles Liebe! Eine Beratung für Hochsensibilität kannst du lernen, noch besser mit dir selbst umzugehen.

 

Nicole Trojahn

Nicole Trojahn

Freiberufliche Autorin, Texterin und Beraterin für Hochsensible


Das Unsichtbare spüren – für Hochsensible eine Leichtigkeit, die in dieser schnelllebigen Welt schnell zur Herausforderung wird.

In meiner Beratung unterstütze ich HSP dabei, sich vor Schwingungen zu schützen und das Bewusstsein für das eigene Energiefeld zu stärken.

Falls auch du einen gesünderen Umgang mit Schwingungen lernen möchtest, dann nimm gern Kontakt zu mir auf.