Dysreguliertes Nervensystem bei HSP – Symptome & Behandlung

Dysreguliertes Nervensystem bei HSP – Symptome & Behandlung

Starker Herzschlag, flache Atmung, eingefrorene Emotionen: Besonders Hochsensible neigen zu einem dysregulierten Nervensystem und werden von Alltagsreizen schnell gestresst.

Wie ein dysreguliertes Nervensystem entsteht, was die Anzeichen dafür sind und wie du lernst, dich aktiv zu entspannen, erfährst du jetzt.

11 Symptome eines dysregulierten Nervensystems bei Menschen mit Hochsensibilität

 

Das hochsensible Nervensystem

Eines der Symptome von Hochsensibilität ist eine stärkere Reaktion auf Reize und Schwingungen als bei Nicht-Hochsensiblen. Da unser hochsensibles Nervensystem keinen Reizfilter hat, gelangen unsere Alltagseindrücke bis ins Unterbewusstsein und hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck in unserer Psyche.

Dies begünstigt die Ausbildung von Trauma – denn in unserer oberflächlichen Welt sind Darstellungen von Gewalt, ein roher zwischenmenschlicher Umgang und Zeitdruck an der Tagesordnung.

Da diese Dinge auch schon hochsensible Kinder zu spüren bekommen, ist es nicht verwunderlich, dass viele HSP als Erwachsene ein dysreguliertes Nervensystem haben. Vielleicht hast auch du schon bemerkt, dass du große Schwierigkeiten damit hast, dich tief zu entspannen.

 

Diese Faktoren sorgen dafür, dass besonders Hochsensible ein dysregulierten Nervensystem ausbilden:

  • ein starkes Verantwortungsgefühl und schnell einsetzende Reizschuld
  • hohe Empathie (Übernahme fremder Emotionen)
  • frühe Lernerfahrungen, sich „anzupassen“ oder „zusammenzureißen“
  • wenig Raum für echte Regeneration im Alltag
  • emotional verwundete Bezugspersonen, die ihre Kinder schlecht halten können

 

Tipp: In meinem kostenfreien PDF „Nervensystem regulieren“ findest du Soforthilfe-Tipps, um dich bei Reizüberflutung schnell wieder zu erden.

 

 

Das Nervensystem: Balance zwischen Anspannung und Entspannung

Unser autonomes Nervensystem steuert unbewusst lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Herzschlag und Verdauung. Es besteht vereinfacht gesagt aus zwei Hauptanteilen:

  • Sympathikus: zuständig für Aktivierung, Leistung und Stress („Kampf oder Flucht“)
  • Parasympathikus: zuständig für Ruhe, Regeneration und Sicherheit („Rest & Digest“)

Ein gesundes Nervensystem kann flexibel zwischen diesen Zuständen wechseln.

 

Wenn du großen Stress und viele Reize in deinem Alltag wahrnimmst, gerätst du verstärkt in den Sympathikus. Dieser macht dich leistungsfähig und schützt dein Innenleben gewissermaßen vor all den Erwartungen, mit denen du gerade konfrontiert bist. Du bist weniger im Spüren, dafür aber handlungsfähiger.

Wenn du geschafft hast, was du dir vorgenommen hast, gerätst du langsam in den Parasympathikus. Du entspannst dich und kannst dich wieder mit dir selbst verbinden, denn du weißt: „Ich bin jetzt in Sicherheit.“ Du atmest tiefer, kannst verstärkt kreativ denken und dich fallenlassen.

Funktionsweise des vegetativen Nervensystems - Sympathikus und Parasympathikus

 

Bei einem dysregulierten Nervensystem gelingt dieser Wechsel nur eingeschränkt und braucht oft bewusste Anstrengung. Je länger das Nervensystem in der Dysregulation ist, desto länger braucht es, um sich wieder zu entspannen.

Wenn du aufgrund einer traumatischen Situation zu lange im Sympathikus bist, kann es sogar passieren, dass du in eine Dissoziation rutschst – dein Nervensystem friert komplett ein und du fühlst nichts mehr. Manche Menschen (die sich für sehr leistungsfähig halten) leben jahrzehntelang in diesem Zustand und merken nicht, dass sie die Verbindung zu sich komplett verloren haben.

Hinweis: Falls du Interesse an diesem Thema hast, dann wirf gern einen Blick in meinen kostenfreien PDF „Trauma und Hochsensibilität – Entwicklung und Heilung von Traumata“.

 

 

Was bedeutet „dysreguliert“?

Ein dysreguliertes Nervensystem ist häufig entweder:

  • überaktiviert (ständige innere Anspannung, Nervosität, Reizbarkeit, Schlafprobleme) oder
  • unteraktiviert (Erschöpfung, Antriebslosigkeit, emotionale Taubheit, Rückzug)

Manchmal wechseln diese Zustände auch abrupt und unvorhersehbar, was es Betroffenen oft unmöglich macht, adäquat darauf zu reagieren. Ein dysreguliertes Nervensystem entsteht infolge von Stress (durch Trauma), einem unausgeglichenen Botenstoffhaushalt im Gehirn und fehlender Regenerationszeit.

 

Ein dysreguliertes Nervensystem aufgrund von Trauma entsteht folgendermaßen:

Du hast Stress erlebt, den du emotional nicht verarbeitet hast (weil du z. B. ein Kind warst und in einem gewalttätigen Umfeld gelebt hast). Natürlicherweise hättest du geweint, wärst wütend oder traurig geworden, als dir wehgetan wurde. Da du deine Emotionen nicht zeigen durftest, wurden sie unverarbeitet im Nervensystem abgespeichert. Nun sorgt dieser unverarbeitete Stress für eine permanente Dysregulation. Je mehr dich ein Trigger an die seelische Wunde erinnert, desto bedrohlicher wirken die Stresssymptome deines Nervensystems, die du jetzt erlebst.

 

Wie Trauma zu einem dysregulierten Nervensystem führt

 

11 Symptome eines dysregulierten Nervensystems

Stress an sich ist nichts Schlechtes, wenn er irgendwann wieder nachlässt und ausreichend Zeit für Regeneration zur Verfügung steht. Viele Menschen leben in einem dauerhaften Alarmzustand und sind deshalb besonders reizbar.

Die Symptome eines dysregulierten Nervensystems sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Es kann also sein, dass du nur einige dieser Symptome hast.

 

1. Anhaltende innere Unruhe

Das Nervensystem befindet sich dauerhaft im Aktivierungsmodus. Auch ohne äußeren Stress fühlt sich der Körper angespannt an, als müsste jederzeit etwas passieren. Ruhe wird als „unangenehm“ oder sogar bedrohlich erlebt. Aus diesem Grund versuchen sich manche Menschen ständig abzulenken und fürchten sich regelrecht vor Ruhe.

 

2. Schnelle Reizüberflutung

Ein dysreguliertes Nervensystem kann Reize nicht mehr gut filtern.

Geräusche, Gespräche, Licht oder Gerüche treffen ungefiltert auf das System und führen schnell zu Überforderung, Gereiztheit oder Rückzug. Aufgrund des fehlenden Reizfilters und der hohen Energiesensibilität setzen Reize uns Hochsensiblen besonders zu.

 

3. Erschöpfung trotz Schlaf

Der Körper kommt nachts nicht in echte Tiefenregeneration, weil das Nervensystem nicht vollständig in den Ruhemodus wechselt. Schlaf ist zwar vorhanden, aber nicht erholsam.

Vielleicht fühlst auch du dich morgens manchmal wie gerädert, obwohl du extra zeitig ins Bett gegangen bist.

 

4. Schlafprobleme

Gedanken kreisen, der Körper bleibt angespannt oder wacht früh auf. Auch Probleme beim Durchschlafen können vermehrt auftreten. Häufig ist das Nervensystem nachts aktiver als tagsüber, weil dann keine Ablenkung mehr da ist. Nun versucht es dich darauf aufmerksam zu machen, dass etwas nicht stimmt.

 

5. Emotionale Überreaktionen

Kleine Auslöser lösen große emotionale Reaktionen aus.

Das liegt nicht an mangelnder Selbstkontrolle, sondern daran, dass das Nervensystem bereits „am Limit“ ist und kaum Puffer hat. Je länger du in diesem Zustand bist, desto gereizter bist du. Reflektiertes und bewusstes Handeln ist nicht mehr möglich. Gerade bei Hochsensibilität in der Partnerschaft kommt es dann oft zu vermeidbaren Streitereien und haltlosen Vorwürfen.

 

6. Emotionale Taubheit oder Abflachung

Manche Menschen spüren statt intensiver Gefühle plötzlich wenig oder gar nichts.

Das ist ein Schutzmechanismus des Nervensystems, um Überlastung zu vermeiden. Wenn der Stressmodus nicht mehr unterbrochen wird, fällst du in die Dissoziation, in der dein Nervensystem komplett einfriert. In diesem Zustand bist du vielleicht sogar leistungsfähig, spürst aber nichts mehr.

 

Checkliste: Anzeichen von Dissoziation bei Hochsensiblen

 

7. Konzentrations- und Gedächtnisprobleme

Bei Dauerstress priorisiert das Gehirn Überleben statt Denken. Kreativität, Fokus und Erinnerungsfähigkeit treten in den Hintergrund, was oft fälschlich als „Unfähigkeit“ interpretiert wird.

 

8. Körperliche Stresssymptome

Verspannungen, Kopfschmerzen, ein Kloßgefühl im Hals, Verdauungsprobleme oder Herzklopfen sind Ausdruck davon, dass der Körper ständig unter Stress steht. Der Körper spricht, wenn Worte fehlen. Auch Reizmagen und das Gefühl einer körperlichen Schwere weisen darauf hin, dass du dringend mal eine Pause machen musst.

 

9. Ständiges Alarmgefühl

Das Nervensystem ist in permanenter Wachsamkeit.

Selbst harmlose Situationen werden als potenziell gefährlich bewertet. Das führt zu Schreckhaftigkeit und innerer Anspannung. In diesem Modus passiert es schnell, sich unfair zu verhalten und andere zu beschuldigen, obwohl sie nichts falsch gemacht haben. Weil das Nervenkostüm so stark angespannt ist, verlangen wir von uns selbst und anderen Perfektionismus.

 

10. Rückzugs- oder Vermeidungsverhalten

Rückzug ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein intelligenter Selbstschutz.

Das Nervensystem versucht, weitere Reizüberflutung zu verhindern. Kurzzeitig kann dir Rückzug bei der Regeneration helfen. Langfristig kann er dazu beitragen, dass du dich sozial isolierst und Fähigkeiten wie z. B. Grenzen setzen verlierst.

 

11. Schwierigkeiten, sich zu entspannen oder zu genießen

Selbst schöne Momente lösen keine echte Entspannung aus. Der Körper kennt den Zustand von Sicherheit nicht mehr ausreichend – Genuss braucht jedoch innere Sicherheit.

Vielleicht hast du noch nie erlebt, wirklich sicher zu sein.

In diesem Fall brauchst du ein verständnisvolles Umfeld und eine gute Begleitung, um den angestauten Stress in deinem Nervensystem langsam und gesund abzubauen.

So kannst du eine HSP bei der Regulation ihres Nervensystems unterstützen

 

Wichtig: Diese Symptome sind keine Einbildung, sondern reale körperliche Reaktionen. Je besser du mit deinem Körper verbunden bist, desto schneller kannst du dir aktiv Regenerationszeit verschaffen. In meinem kostenfreien PDF „Körperarbeit für Hochsensible – Signale des Körpers verstehen“ lernst du, dein Nervensystem frühzeitig zu regulieren.

 

 

Der Weg zur Regulation: Sicherheit statt Selbstoptimierung

Gerade jetzt schießen viele Coaches wie Pilze aus dem Boden, die dir weißmachen wollen, dass du einfach mehr an dir arbeiten musst, um endlich erfolgreich zu sein, bevor du dich entspannen darfst. Dadurch gerät das Nervensystem noch mehr in den Alarmzustand.

Für hochsensible Menschen geht es nicht darum, „belastbarer“ zu werden und etwas zu erreichen, sondern das Nervensystem wieder in Sicherheit zu bringen.

Regulation bedeutet nicht Kontrolle, sondern sanfte Rückkehr in Balance. Es bedeutet ausatmen und fließen lassen, statt Luft anhalten und Emotionen festhalten.

 

Hilfreich für die Entspannung deines Nervensystems sind:

  • Routinen, die Sicherheit vermitteln (feste Pausen, Rückzugszeiten)
  • körperorientierte Methoden wie Atemübungen, sanfte Bewegung, somatische Übungen
  • Reizreduktion im Alltag (bewusster Medienkonsum, klare Grenzen)
  • emotionale Selbstanbindung: Gefühle wahrnehmen statt wegdrücken
  • wohlwollender Umgang mit sich selbst, statt Selbstkritik

Vor allem, wenn wir Hochsensible Intimität erleben, kann Stress im Nervensystem aktiviert werden. Denn Nähe ist für viele von uns als „bedrohlich“ abgespeichert. Sprich mit deinem Partner offen über das, was in dir vorgeht. Ein verständnisvolles Gegenüber kann dich dabei unterstützen, in die Entspannung zu kommen.

 

Dysreguliertes Nervensystem und Nähe - warum Nähe als Anker und Bedrohung wahrgenommen werden kann

 

Tipp: In meinem kostenfreien PDF“ Sich selbst halten – Wie HSP lernen, sich fallenzulassen“ findest du tolle Inspirationen, wie du dir selbst Geborgenheit und Sicherheit schenken kannst.

 

 

Erfahrungsbericht: Wie ich als HSP mein Nervensystem beruhige

Leider war mein Nervensystem den Großteil meines noch recht zarten Lebensalters in einem hochgradig dysregulierten Zustand. Manchmal so dysreguliert, dass ich in die komplette Dissoziation rutschen musste, um die Umstände überhaupt zu ertragen.

Besonders in unserer westlichen Kultur scheint das keine Seltenheit zu sein. Das Maß transgenerationaler Traumata, neurotischer Erwartungen, fehlender Wichtigkeit gesunder Emotionalität und institutioneller Zwänge ist bei uns doch sehr groß.

Aus diesen und familiären Gründen war ich viele Jahre nicht fähig, eine gesunde Emotionalität auszubilden. Mein Nervensystem war permanent im Alarmzustand gefangen. Erst, als ich mich aktiv dem Schmerz zuwendete, der da in mir gespeichert war, konnte ich lernen, mein strapaziertes Nervensystem bewusst zu regulieren.

 

Dabei hat mir Folgendes geholfen:

  • Erkenntnis, dass ich keine Schuld an meinem Zustand habe und ich mich auch nicht dafür schämen muss
  • eine gute und einfühlsame Begleitung durch die Schichten meines Unterbewusstseins
  • emotionale Arbeit (z. B. Weinen, Wut rauslassen)
  • Trainieren der Bauchatmung
  • offene Kommunikation und Aufbau eines Umfeldes mit vertrauensvollen Menschen
  • Lebensgestaltung, die mir ausreichend Zeit für Regeneration ermöglicht
  • Priorisierung meiner emotionalen Gesundheit über alles andere

 

Mittlerweile habe ich eine gute Verbindung zu mir selbst und merke schnell, in welchem Zustand sich mein Nervensystem befindet.

 

Wie ich die Verbindung zu mir selbst stärke

Wenn mir Trigger begegnen, dann versuche ich, mich ihnen aktiv zu stellen und gesunde Erfahrungen zu provozieren. Ich erlaube es mir aber auch, mir immer ausreichend Regenerationszeit zu nehmen und alles, was „hochkommt“ zu spüren.

Mir ist wichtig, dass ich liebevoll mit mir umgehe. Und zum Schutz meines Nervensystems scheue ich mich auch nicht davor, permanent toxische Menschen zu meiden und meinen Alltag an meine Bedürfnisse anzupassen (z. B. beim Einkaufen mit Hochsensibilität).

Hochsensibilität Symptome: 20 Anzeichen auf einen Blick

Hochsensibilität Symptome: 20 Anzeichen auf einen Blick

Viele Menschen spüren, dass sie „anders“ reagieren, intensiver wahrnehmen oder schneller überreizt sind, wissen aber nicht, dass dies typische Symptome der Hochsensibilität sein können.

Wenn du selbst oft das Gefühl hast, dass dich Reize schneller überwältigen, du Emotionen tiefer erlebst oder dich Stimmungen anderer beeinflussen, dann könnte es sein, dass du zu den etwa 15–20 % hochsensiblen Menschen gehörst. In diesem umfassenden Leitfaden lernst du die wichtigsten Symptome, Hintergründe und Erkennungsmerkmale kennen.

 

Symptome von Hochsensibilität

 

Was ist Hochsensibilität?

Hochsensibilität ist keine Krankheit und keine psychische Störung, sondern ein angeborenes Temperamentsmerkmal und Teil des Spektrums von Neurodivergenz. Die amerikanische Psychologin Elaine Aron prägte den Begriff Highly Sensitive Person (HSP) und führte umfangreiche Studien zu diesem Persönlichkeitsmerkmal durch. Dieses beschreibt eine besonders tiefe Verarbeitung von Reizen – emotional, kognitiv und körperlich.

Hochsensible Menschen nehmen mehr Informationen auf als andere und verarbeiten sie intensiver. Dadurch erleben sie sowohl positive als auch negative Reize verstärkt.

Grund dafür ist ein reizoffenes Nervensystem, wodurch sämtliche Eindrücke in tiefe emotionale Schichten gelangen.

 

Hinweis: Wenn du wissen möchtest, wie die menschliche Psyche funktioniert, dann wirf gern einen Blick in mein kostenfreies PDF „Der Mensch als Schichtmodell“.

Wichtig zu verstehen für dich:

  • Hochsensibilität ist genetisch und neurologisch verankert.
  • Sie betrifft etwa ein Fünftel der Bevölkerung.
  • HSP sind nicht schwach oder „überempfindlich“, sondern verfügen über ein fein wahrnehmendes Nervensystem.

Diese besondere Sensitivität bringt Stärken und Herausforderungen mit sich und erfordert, dass du für einen reizarmen Alltag sorgst.

 

 

Die wichtigsten Symptome der Hochsensibilität

Im Folgenden findest du die typischen körperlichen, emotionalen, sozialen und kognitiven Anzeichen, die besonders häufig bei hochsensiblen Menschen auftreten. Du musst nicht alle Symptome aufweisen, um hochsensibel zu sein. Viele HSP erleben vor allem bestimmte Bereiche intensiver.

 

Wenn du wissen möchtest, ob du hochsensibel bist, dann mach einfach einen kostenfreien Hochsensibilitäts-Test.

 

Körperliche Symptome

Starke Reizempfindlichkeit

Hochsensible reagieren oft sensibler auf äußere Reize:

  • laute Geräusche und zu viele Geräusche gleichzeitig (das kann vor allem beim Einkaufen mit Hochsensibilität belasten)
  • grelles Licht
  • intensive Gerüche
  • chaotische Umgebungen

Beispiel: Vielleicht ist es dir auch schon mal passiert, dass du in Einkaufszentren das Gefühl hattest, dass dir alles zu viel wird. Dein Nervensystem muss mit einer riesigen Menge an Reizen zurechtkommen.

 

Reize, die für Hochsensible schwierig sind

 

Schnelle Erschöpfung durch Reizüberflutung

Weil HSP mehr Reize aufnehmen und tiefer verarbeiten, ermüden sie schneller. Innere Unruhe, Kopfdruck oder das Bedürfnis nach Rückzug sind häufige Folgen. Reizüberflutung kann auch dazu führen, dass dein Nervensystem regelrecht kollabiert und du für eine Weile nicht mehr in der Lage bist, deinen Alltag zu bewältigen.

Tipp: In meinem kostenfreien PDF „Nervensystem regulieren“ findest du Hinweise, wie du deine innere Balance beibehältst – auch in stressigen Situationen.

 

Empfindliche Wahrnehmung von Körperzuständen

Viele Hochsensible spüren:

  • Herzschlagänderungen
  • Magenreaktionen
  • Verspannungen
  • Inneres Kloßgefühl bei Stress und Druck
  • kleine körperliche Reize, die andere nicht bemerken

Dieses Bewusstsein kann Dysbalancen rechtzeitig anzeigen, aber auch verstärkend wirken.

 

Schmerzempfindlichkeit

Studien zeigen, dass hochsensible Menschen Schmerz oft intensiver erleben – sei es körperlich oder emotional. Liegen allerdings Traumata vor (z. B. durch erlebte Gewalt in der Kindheit), kann es sein, dass das Körperempfinden stark nachgelassen hat und die Schmerzempfindlichkeit gering ist.

 

Emotionale Symptome

Intensives Fühlen

Einer der bekanntesten Indikatoren: Emotionen werden tief, umfassend und anhaltend erlebt. Ein trauriger Film, eine gute Nachricht oder ein Konflikt wirken deutlich länger nach. Was für Nicht-Hochsensible kaum eine Reaktion hervorruft, macht auf HSP oft großen Eindruck – positiv wie negativ.

 

Hohe Empathie

HSP nehmen Stimmungen anderer Menschen schnell wahr – selbst unausgesprochene. Sie können „zwischen den Zeilen“ lesen und reagieren emotional stark auf Leid, Freude oder Stress im Umfeld. Manche Hochsensible haben den Eindruck, dass sie mit ihrem Gegenüber verschmelzen und es fällt ihnen schwer, sich abzugrenzen.

Das hat zur Folge, dass Menschen mit Hochsensibilität Schuldgefühle entwickeln, auch wenn sie gar keinen Anteil an der emotionalen Verfassung ihres Gegenübers haben.

 

Schnellere Überwältigung

Durch die tiefe Verarbeitung und die hohe Energiesensibilität kommt es leichter zu:

  • Überforderung
  • Stressreaktionen
  • emotionaler Erschöpfung

Dies passiert nicht aus Schwäche, sondern weil das Nervensystem stärker beschäftigt ist.

Leider geschieht es oft, dass das Umfeld aufgrund unserer leistungsbezogenen Sozialisation unsensibel reagiert. Vielleicht hast auch du schon Sätze gehört, wie: „Stell dich nicht so an und reiß dich mal zusammen.“

 

Harmoniebedürfnis

Konflikte wirken belastender als bei nicht-hochsensiblen Menschen. Viele HSP meiden Streit oder reagieren stärker auf aggressiven Tonfall. Vor allem wenn Hochsensibilität in der Partnerschaft vorliegt, kann das starke Harmoniebedürfnis eine offene Konfliktkommunikation behindern und das genaue Gegenteil bewirken – nämlich die Aufrechterhaltung latenter Spannungen.

 

Typische Reaktionen von HSP in Konfliktsituationen

 

Soziale Symptome

Rückzugsbedürfnis

Viele Hochsensible brauchen regelmäßige Pausen und Zeit allein – nicht aus Unsozialität, sondern zur Regeneration. Denn wer ständig auf Empfang gepolt ist, für den sind auch enge soziale Kontakte ab und an belastend – auch wenn Harmonie besteht.

 

Gefühl, „anders“ zu sein

Hochsensible Kinder haben oft das Gefühl, nicht ganz dazuzugehören. Viele fragen sich auch im Erwachsenenalter, warum sie anders wahrnehmen. Viele Menschen mit Hochsensibilität leiden unter Selbstzweifeln und gehen über ihre Grenzen, um Teil der Masse zu sein.

Dabei ist es viel gesünder, die eigene Hochsensibilität als Gabe zu erkennen und das Leben entsprechend den eigenen Bedürfnissen zu gestalten.

 

Sensibilität für zwischenmenschliche Dynamiken

HSP erkennen subtile Veränderungen, die andere Menschen überhaupt nicht wahrnehmen:

  • Gestik
  • Tonfall
  • Stimmung
  • unausgesprochene Konflikte

Dies kann in Beziehungen wertvoll sein, aber auch anstrengend. Mit dieser feinen Wahrnehmung geht nämlich oft ein übergroßes Verantwortungsbewusstsein einher, wodurch viele HSP das Gefühl haben, die Last der ganzen Welt läge auf ihren Schultern.

 

Schwierigkeiten in Gruppen

Große Gruppen lösen häufig Stress aus, während kleine, vertraute Kreise angenehm empfunden werden. Es ist nicht unüblich, dass Hochsensible nur wenige soziale Kontakte pflegen und auf eher oberflächliche Bekanntschaften verzichten. HSP fällt es bekanntlich schwer, die Verbindung zu sich selbst aufrechtzuerhalten – besonders, wenn viele Menschen gleichzeitig anwesend sind.

Freundschaften und Partnerschaften haben dafür eine ganz besonders hohe Qualität, sind langfristig gewachsen und haben eine ungeheure Tiefe.

 

Kognitive Symptome

Tiefes Nachdenken (Overthinking)

Hochsensible analysieren Ereignisse, Gespräche und Entscheidungen intensiver. Sie reflektieren Ursachen, Folgen und Feinheiten – selbst bei Kleinigkeiten.

Vielleicht liegst du auch nachts im Bett wach und denkst darüber nach, wie das, was du zuvor jemandem gesagt hast, bei ihm angekommen sein könnte. Oft ist Overthinking durch ein eher geringes Selbstvertrauen inklusive Selbstzweifeln begründet.

 

Starke Vorstellungskraft

Kreativität, bildhafte Gedanken und eine ausgeprägte Fantasie gehören oft dazu. Hochsensible neigen zu magischem Denken und gehen meist verschiedenen kreativen Hobbys nach wie z. B. Musizieren, Handwerken, Malen. Die Vorstellungskraft ist auch dann hilfreich, wenn es um unkonventionelle und innovative Lösungsansätze geht.

Während andere noch in alten Bahnen denken, finden HSP immer wieder neue Herangehensweisen und können Entwicklungen beschleunigen.

 

Detailerkennung

HSP bemerken Details, die anderen entgehen:

  • Veränderungen im Ausdruck
  • kleine Fehler
  • Stimmungsschwankungen
  • akustische Feinheiten
  • Nuancen von Neuanordnung im Raum

 

Perfektionismus

Weil alles gründlich verarbeitet wird, entsteht der Anspruch, Dinge „richtig“ zu machen – oft verbunden mit Selbstkritik. Manchmal ist der Perfektionismus so ausgeprägt, dass die Lebensqualität darunter leidet.

Hinweis: In meinem kostenfreien PDF „Perfektionismus abbauen“ erfährst du, wie du deinen inneren Kritiker besänftigst.

 

Verhaltensbezogene Symptome

Bedürfnis nach Struktur und Ruhe

Hochsensible Menschen gestalten ihren Alltag oft so, dass Reizüberflutung minimiert wird. Das ist wichtig, um einem dysregulierten Nervensystem vorzubeugen.

In unserer hektischen Leistungsgesellschaft ist es geradezu erforderlich, den Stresspegel so weit wie möglich zu senken, um die emotionale und mentale Gesundheit zu schützen.

Hochsensible sorgen in ihrem Alltag für:

  • ruhige Orte
  • klare Abläufe
  • ausreichend Pausen und Gelegenheiten für Selbstfürsorge-Routinen
  • gesunde Rahmenbedingungen (z. B. feste Arbeitszeiten)

 

5 einfache Alltagstipps für Ruhe und Struktur für hochsensible Menschen

 

Vermeidung überfordernder Situationen

Nicht aus Angst, sondern um Energiereserven zu schützen, solltest du als HSP nervenaufreibende Situationen meiden. Chaotische Menschenmassen, Stoßzeiten beim Einkaufen und volle Verkehrsmittel sind eine regelrechte Zumutung für dein Nervensystem.

Tipp: In meinem kostenfreien PDF „Reizarme Alltagsgestaltung für Menschen mit Hochsensibilität“ erfährst du, wie du Stressoren auf ein Minimum reduzieren kannst.

 

Starke Reaktionen auf Zeitdruck

Stress durch Deadlines wirkt bei Hochsensiblen schneller körperlich und emotional belastend. Oft haben HSP schon im Kindesalter Druck und Leistungsanforderungen erfahren. Dies hat tiefe seelische Wunden hinterlassen, die auch im Erwachsenenalter spürbar sind.

Zudem verhindert Zeitdruck, dass Kreativität frei fließen kann und blockiert innovatives Denken.

 

Sensibilität in Partnerschaften

HSP erleben Beziehungen intensiver und reagieren stark auf Nähe, Distanz oder Konfliktdynamiken. Vor allem für Paare mit einer HSP und einer Nicht-HSP braucht es viel Kommunikation, um die beiderseitigen Bedürfnisse klar zu erfassen und auszutauschen.

Wird Hochsensibilität in der Partnerschaft der Raum gegeben, die sie braucht, bereichert diese Gabe die Beziehung durch Tiefe, Kreativität, Verständnis und Einfühlungsvermögen.

 

Hochsensibilität-Symptome verstehen mithilfe des Kinderbuchs Greta spürt einfach viel mehr

 

Selbsttest: Bin ich hochsensibel?

Der bekannteste Test zur Selbsteinschätzung ist der HSP-Test nach Elaine Aron, der 27 Fragen umfasst. Er erfasst genau jene Merkmale, die typisch für Hochsensibilität sind – von emotionaler Sensitivität über Empathie bis hin zu sensorischer Empfindsamkeit.

Wichtig ist: Dieser Test ersetzt keine Diagnose, denn Hochsensibilität ist keine psychische Störung, sondern ein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal. Selbsttests dienen der Orientierung und helfen, die eigenen Symptome besser zu verstehen.

 

Kostenfreie Hochsensibilitäts-Tests, die sich auf die Untersuchungen von Elaine Aron stützen, können dir eine erste Orientierung über den Grad deiner Hochsensibilität geben.

Falls du professionelles Feedback suchst, solltest du einen tiefenpsychologischen Psychotherapeuten um Rat fragen.

 

Abgrenzung: Hochsensibilität Symptome vs. ähnliche Themen

Viele Menschen verwechseln die Symptome der Hochsensibilität mit anderen Zuständen, was zu Unsicherheit führen kann. Zum besseren Verständnis gibt es jetzt eine klare Abgrenzung:

 

Hochsensibilität vs. ADHS

Beides kann zu schneller Überstimulation führen, doch die Ursachen unterscheiden sich:

  • ADHS betrifft vor allem Impulsivität und Aufmerksamkeitssteuerung.
  • Hochsensibilität betrifft die Tiefe der Verarbeitung von Reizen. HSP sind selten impulsiv und haben in ruhiger Umgebung meist eine hohe Konzentrationsfähigkeit.

Während Menschen mit AHDS mitunter große Konzentrationsprobleme haben, fällt Hochsensiblen die Konzentration in entsprechend ruhigen und bedürfnisgerechten Umgebungen leichter.

 

Hochsensibilität vs. Autismus

Beide können hypersensibel auf Reize reagieren. Der zentrale Unterschied: Autismus betrifft soziale Kommunikation und Verhaltensflexibilität. Hochsensibilität hingegen betrifft primär die Intensität der Wahrnehmung.

Manche Menschen sind hochsensibel und autistisch – in diesem Fall gibt es Überschneidungen von Merkmalen aus beiden Formen der Neurodivergenz.

 

Burnout

Burnout ist ein Zustand der Erschöpfung aufgrund Überlastung. Hochsensibilität ist ein dauerhaftes Merkmalsprofil. HSP sind jedoch aufgrund ihrer Symptome schneller gefährdet, in Überlastung zu geraten z. B. durch das hohe Verantwortungsbewusstsein und Schwierigkeiten beim Grenzen setzen.

 

Depressionen und Angststörungen

Es gibt Überschneidungen wie Rückzug oder Überwältigung, doch Hochsensibilität ist weder eine depressive Störung noch eine Angstproblematik.

Sie kann jedoch die Intensität von Stress verstärken und die Anfälligkeit für psychische Erkrankungen erhöhen – vor allem in einer so leistungsbezogenen Gesellschaft wie unserer.

 

 

Alltagstipps: So gehst du gut mit Hochsensibilität Symptomen um

Wenn du viele Symptome von Hochsensibilität bei dir wiedererkennst – etwa Reizüberflutung, emotionale Intensität oder das starke Bedürfnis nach Rückzug –, ist es besonders wichtig, deinen Alltag so zu gestalten, dass dein Nervensystem entlastet wird.

Hochsensibilität ist kein Problem, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal. Doch die Symptome können belastend werden, wenn du nicht weißt, wie du damit umgehen kannst. Mit den richtigen Strategien kannst du jedoch gelassener, stabiler und selbstbestimmter leben.

 

4 Methoden, um mit Symptomen der Hochsensibilität im Alltag umzugehen

 

Pausen bewusst einplanen

Eines der wirksamsten Mittel gegen typische Hochsensibilität Symptome ist die regelmäßige Erholung.

Kurze Pausen zwischen Aufgaben verhindern Reizüberflutung und geben dir Raum, Eindrücke zu verarbeiten. Viele HSP vermeiden Überforderung, indem sie bewusst „Mikro-Pausen“ einbauen – wenige Minuten Ruhe, tiefes Atmen oder ein kurzer Blick aus dem Fenster reichen oft schon aus. Wichtig ist, Pausen nicht erst dann zu machen, wenn du erschöpft bist, sondern präventiv.

Regelmäßige Pausen sind auch essentiell, um deine Hochsensibilität im Beruf gewinnbringend einzusetzen.

 

Auslöser erkennen und dokumentieren

Ein zentraler Schritt im Umgang mit Hochsensibilität Symptomen ist das Erkennen persönlicher Trigger.

Welche Situationen überfordern dich besonders schnell? Welche Menschen oder Orte geben dir Energie statt Stress? Wenn du deine täglichen Erfahrungen notierst, wird rasch sichtbar, welche Muster du im Alltag berücksichtigen solltest. Dieses Bewusstsein hilft dir, Reizüberflutung vorzubeugen und deine Ressourcen besser einzuteilen.

 

Reizarme Zonen schaffen

Da viele Hochsensibilität Symptome durch sensorische Überforderung entstehen, wirkt eine reizärmere Umgebung oft wie ein Reset für dein Nervensystem. Gedämpftes Licht, ruhige Arbeitsbereiche, Ordnung im Wohnraum oder Hilfsmittel wie Noise-Cancelling-Kopfhörer reduzieren äußere Reize deutlich.

So kannst du konzentrierter arbeiten und dich schneller regenerieren.

 

Grenzen setzen – auch wenn es schwerfällt

„Nein“ zu sagen ist für viele Hochsensible eine der größten Herausforderungen. Gleichzeitig ist es eines der wirksamsten Werkzeuge, um typische Symptome wie Überforderung, Reizüberflutung und emotionale Erschöpfung zu verhindern. Klare Grenzen schützen deine Energie und helfen dir, Prioritäten für dein Wohlbefinden zu setzen.

 

Emotionale Selbstfürsorge stärken

Hochsensibilität-Symptome betreffen auch die emotionale Ebene. Daher ist Selbstfürsorge unverzichtbar. Atemübungen, Meditation, Zeit in der Natur, sanfte Bewegung oder kreative Aktivitäten bringen dein Nervensystem in Balance.

Diese Routinen unterstützen nicht nur die Regeneration, sondern verstärken auch die positiven Seiten deiner Sensitivität – wie Empathie und Intuition.

 

Erfahrungsbericht: So haben mich Symptome auf meine Hochsensibilität aufmerksam gemacht

Ich selbst weiß erst seit 2016 von meiner Hochsensibilität und habe von diesem Zeitpunkt an mein Leben radikal verändert. Denn weil ich mir zuvor nicht über meine Hochsensibilität bewusst war, hatte ich ein Leben geführt, das ganz und gar nicht meinen Bedürfnissen entsprochen hatte.

Ich habe mich krampfhaft angepasst, hatte immens hohe Ansprüche an mich selbst und fühlte mich durch all die Erwartungen, die an mich gestellt wurden, extrem eingeengt.

All das führte dazu, dass ich irgendwann nicht mehr konnte und wortwörtlich die Reißleine ziehen musste.

 

5 Gründe, warum Hochsensibilität oft nicht erkannt wird

 

Das wäre überhaupt nicht nötig gewesen, denn die Anzeichen für meine Hochsensibilität waren bereits in meiner Kindheit mehr als deutlich:

  • Kreativität und Fantasie: Ich hatte immer Freude am Basteln, Schreiben und war dabei am liebsten für mich allein.
  • Reizempfindlichkeit: Bei lauten Geräuschen und Trubel bin ich in Tränen ausgebrochen, weil ich komplett überfordert war.
  • Verantwortungsbewusstsein: Ich war immer darauf bedacht, dass ich mein Umfeld harmonisiere. Das hat mich ständig an meine Grenzen gebracht.
  • Emotionale Intelligenz: Meine Empathie war schier unerschöpflich. Jede Verletzung, die ich bei anderen wahrgenommen habe, hat mir selbst immens wehgetan.
  • Sinnfragen und holistisches Denken: Mit meinen Altersgenossen konnte ich wenig anfangen, da ich immer mit den großen Fragen des Lebens beschäftigt war.

 

Die Symptome meiner Hochsensibilität waren eigentlich nicht zu übersehen – und doch waren die Umstände so ungünstig, dass mich niemand erkannt hat. Deshalb habe ich mich durchweg hochsensibel und unverstanden gefühlt.

Genau aus diesem Grund ist es mir so wichtig, Hochsensible zu beraten und ihnen dabei zu helfen, sich selbst anzunehmen und zu ihrer Gabe zu stehen.

 

Häufige Mythen über Hochsensibilität

Mythos 1: Hochsensibilität-Symptome zeigen Schwäche

Falsch. Hochsensible Menschen verfügen über besondere Stärken wie Feinfühligkeit, Kreativität, Empathie und ein tiefes Verständnis für andere. Die Symptome entstehen nicht durch Schwäche, sondern durch eine intensivere Reizverarbeitung.

Mythos 2: Alle Hochsensiblen sind introvertiert

Das stimmt nicht. Rund 30 % aller HSP sind extravertiert – sie können soziale Situationen genießen, reagieren jedoch sensibler auf Reizüberflutung und emotionale Überladung.

Mythos 3: Hochsensibilität ist eine psychische Störung

Nein. Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal und keine Diagnose. Die Hochsensibilität Symptome zeigen lediglich, wie dein Nervensystem Reize verarbeitet – nicht, dass etwas „nicht stimmt“.

Beratung bei Hochsensibilität: 9 positive Effekte auf HSP

Beratung bei Hochsensibilität: 9 positive Effekte auf HSP

Wir hochsensible Menschen (HSP) erleben unsere Umwelt besonders intensiv – oft verbunden mit Stress, Reizüberflutung oder Selbstzweifeln. Doch gezielte Beratung kann dich nachhaltig dabei unterstützen, deine Sensibilität als Stärke zu nutzen statt sie als Belastung zu empfinden.

Heute erfährst du von mir, welche 9 positiven Effekte eine professionelle Beratung auf dein Leben mit Hochsensibilität haben kann – und wie du die richtige Beratungsart für dich auswählst!

9 positive Effekte von Beratung bei Hochsensibilität: Lebensfreude, Selbstwertgefühl, gesunde Grenzen, persönliches Wachstum, Selbstverständnis, Entscheidungsfähigkeit, innere Ruhe, Selbstfürsorge, gesunde Beziehungen

 

Das Thema Hochsensibilität im Fokus

Immer mehr Menschen erkennen sich in der Beschreibung einer hochsensiblen Persönlichkeit (HSP – Highly Sensitive Person) wieder. Doch was ist Hochsensibilität genau?

Hochsensible Menschen nehmen Reize, Emotionen und Stimmungen intensiver wahr als andere. Hochsensibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das sowohl bereichernd als auch herausfordernd sein kann. Mehr als 20 % der Bevölkerung weisen dieses Merkmal auf.

Laut einer Querschnittsstudie zu Hochsensibilität gibt es einen Zusammenhang zwischen hoher Sensibilität sowie Angst und Depressionen. Vor allem deshalb ist ein gesunder Umgang mit der eigenen Hochsensibilität wichtig.

 

Glücklicherweise wächst das öffentliche Bewusstsein für Hochsensibilität: Medien, Forschung und soziale Netzwerke tragen dazu bei, dass wir Hochsensible uns besser verstehen und akzeptieren. Gleichzeitig suchen viele HSPs nach Wegen, ihre Sensibilität im Alltag achtsam zu leben.

Bestimmt hast auch du bereits nach Möglichkeiten gesucht, um am alltäglichen Leben teilnehmen zu können, ohne deine Hochsensibilität verstecken zu müssen.

Angebote wie Onlineberatung, Telefonberatung und persönliche Beratung für HSP sind gute Anlaufstellen, um Hochsensibilität im Alltag gesund leben zu können.

 

Hinweis: Falls du dir noch nicht sicher bist, ob du eine HSP bist, kannst du einfach den kostenfreien Test zu Hochsensibilität auf der Webseite zartbesaitet.net machen.

 

Wann Beratung für Hochsensible wichtig ist

Im Alltag erleben wir hochsensible Menschen eine ständige Flut an Eindrücken – Geräusche, Stimmungen oder soziale Spannungen nehmen wir intensiv wahr. Das führt schnell zu Stress, Überforderung oder innerer Erschöpfung. Besonders in zwischenmenschlichen Beziehungen kann es herausfordernd sein, Grenzen setzen zu lernen und sich zugleich verbunden zu fühlen.

Wir Hochsensible wünschen uns daher mehr Verständnis und geschützte Rückzugsräume, um unsere Energie zu bewahren und unsere emotionale Balance zu finden.

Weil wir meist von Menschen umgeben sind, die weit weniger sensibel sind als wir, sind wir oft ein wenig ratlos, wenn es im Alltag um die gesunde Integration unserer Hochsensibilität geht. Uns fehlen die menschlichen Spiegel im direkten Umfeld, die uns verstehen, Mut machen und dieselbe emotionale Tiefe haben wie wir. Leider geschieht es häufig, dass wir uns aufgrund unserer Hochsensibilität unverstanden fühlen, uns krampfhaft anpassen und letztlich uns selbst verlieren.

Wann Beratung bei Hochsensibilität sinnvoll ist - Beratung fördert Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, ersetzt aber keine Therapie

In diesen Fällen ist eine Beratung für die als HSP besonders hilfreich:

  • wenn du bemerkst, dass du nie zur Ruhe kommst und Gefahr läufst, auszubrennen
  • wenn du keine Strategien kennst, die dir helfen, gut mit den Symptomen der Hochsensibilität zu leben
  • wenn dein Selbstwert darunter leidet, dass du „anders“ bist und dich nicht zugehörig fühlst
  • wenn du deine Hochsensibilität noch nicht gut kennst und sie besser verstehen willst
  • wenn du glaubst, nur dann wertvoll zu sein, wenn du den gesellschaftlichen Standards entsprichst
  • wenn du bemerkst, dass Hochsensibilität in der Partnerschaft zu Herausforderungen führt

Eine professionelle Begleitung – etwa durch Coaching oder psychologische Beratung – kann dir dabei helfen, mehr Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein aufzubauen. Dadurch fällt es dir leichter, dein Leben so zu gestalten, dass es deinen ganz persönlichen Bedürfnissen entspricht.

So schützt du deine Gesundheit, erfährst Selbstwirksamkeit und kannst dir ein unterstützendes soziales Netz aufbauen.

 

9 Auswirkungen von Beratung bei Hochsensibilität

Eine einfühlsame Beratung bei Hochsensibilität kann dir in vielerlei Hinsicht eine Unterstützung sein. Ob Hilfe bei der Entscheidungsfindung, Umgang mit einem zu hohen Verantwortungsbewusstsein oder Anpassung deiner Lebensbereiche an deine Bedürfnisse: Eine professionelle Begleitung kann nie schaden.

Diese 9 Effekte kann Beratung auf dich und deine Hochsensibilität haben:

 

1. Mehr Selbstverständnis und Klarheit über die eigene Sensibilität

Vielleicht wusstest du lange nicht, warum du anders empfindest als andere. In der Beratung lernst du, was Hochsensibilität bedeutet, welche Reaktionen typisch sind und wie du deine eigene Wahrnehmung besser einordnen können. Dieses Wissen ist der erste Schritt zu mehr Selbstakzeptanz und innerer Stabilität.

 

2. Gesunde Abgrenzung und weniger Reizüberflutung

Ein zentrales Thema in der Beratung für Hochsensible ist der Umgang mit äußeren Reizen. Klare Grenzen, bewusste Pausen und der Aufbau reizarmer Routinen helfen, Reizüberflutung zu vermeiden. So entsteht mehr Energie für das Wesentliche – ohne schlechtes Gewissen.

Tipp: In meinem kostenfreien PDF erfährst du, wie du deine Grenzen stabilisieren kannst!

 

3. Klarheit und Entscheidungsfähigkeit im Alltag

Wir Hochsensible neigen dazu, Situationen gründlich zu analysieren. Unter professioneller Begleitung lernst du, wie Hochsensibilität und Intuition zusammenhängen und wie du dein Bauchgefühl nutzt, ohne sich in Gedankenschleifen zu verlieren. Das führt zu mehr Klarheit im Alltag und erleichtert selbstbewusste Entscheidungen.

 

4. Stärkung des Selbstwertgefühls

Viele HSPs empfinden ihre Sensibilität zunächst als Schwäche. In der Beratung lernst du, diese Eigenschaft als Teil deiner Identität zu akzeptieren. Durch Anerkennung und Wertschätzung deiner Empfindsamkeit wächst das Selbstwertgefühl – und mit ihm das Vertrauen in die eigene Stärke. Dadurch kannst du deine eigenen Vorstellungen und Visionen noch besser umsetzen.

Wie Beratung das Selbstwertgefühl steigert

5. Reduzierter Stress und mehr innere Ruhe

Hochsensibilität und Stress hängen oft eng zusammen. Durch eine professionelle Beratung erfährst du, wie Achtsamkeit, Atemtechniken und Selbstregulation helfen können, innere Anspannung zu lösen. So wird Sensibilität zur Quelle von Ruhe statt Überforderung.

 

6. Bessere Kommunikation und erfüllendere Beziehungen

Vielleicht kennst du es auch, dass du oft nicht so richtig authentisch sein kannst – aus Angst vor Ablehnung. In der Beratung lernst du, wie du dir selbst Halt gibst und deine Authentizität als Schlüssel für wahre Beziehungen fungiert. Du lernst, deine Bedürfnisse klar zu äußern und Konflikte anzusprechen. Das verbessert deine Beziehungen – sei es in Partnerschaft, Familie oder Beruf.

 

7. Neue Perspektiven und persönliches Wachstum

Gerade bei Hochsensibilität bietet Beratung den Raum, den du brauchst, um alte Denkmuster zu hinterfragen – etwa den Glaubenssatz, „zu empfindlich“ zu sein. Du entwickelst neue Sichtweisen und entdeckst Wege, wie du deine Stärken gezielt einsetzen kannst – ob privat oder beruflich. Auf ganz unkonventionellen Wegen erhält dein Alltag so noch mehr Farbe und Tiefe.

 

8. Entwicklung gesunder Routinen und Selbstfürsorge

Ein wichtiger Bestandteil der Unterstützung für Hochsensible ist die Etablierung stabiler Tagesstrukturen. Rituale, Achtsamkeitspraxis und bewusste Auszeiten fördern emotionale Balance und schützen vor Erschöpfung. Selbstfürsorge wird so zu einem festen Bestandteil des Lebens. Außerdem lernst du, wie wichtig Erdung für dein Nervensystem ist und wie du dich selbst regulieren kannst.

Übrigens: In meinem kostenfreien PDF findest du nützliche Selbstfürsorge-Routinen für Hochsensible.

 

9. Mehr Lebensfreude und innere Zufriedenheit

Wenn Sensibilität nicht länger als Last empfunden wird, entsteht Leichtigkeit. Du als HSP gewinnst Lebensfreude zurück, kannst deine Empathie bewusst leben und schöpfst Kraft aus deiner Feinfühligkeit. Beratung bei Hochsensibilität wird so zum Schlüssel für ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben.

mehr Lebensfreude durch Erkenntnis und Akzeptanz - wie Hochsensible durch Beratung ein erfülltes Leben führen

 

Wie finde ich als HSP die passende Beratung?

Nicht jede Form der Beratung passt automatisch zu jeder Persönlichkeit – und für dich als hochsensiblen Menschen (HSP) ist die Wahl der richtigen Begleitung besonders entscheidend. Damit Beratung wirklich unterstützend wirkt, solltest sie zu deinen individuellen Bedürfnissen, deinen Belastungsgrenzen und deinem persönlichen Tempo passen.

 

1. Achte auf dein Bauchgefühl und die persönliche Passung

Sympathie und Vertrauen sind die Basis jeder erfolgreichen Beratung. Schon beim ersten Kennenlernen – ob online oder persönlich – solltest du dich sicher, verstanden und respektiert fühlen. Ein achtsamer, ruhiger Umgangston und ausreichend Raum für Pausen sind gute Zeichen.

Spüre in dich hinein: Welches Gefühl hast du bei dieser Person? Wenn du gleich bemerkst, dass es kein Match ist, ist es total in Ordnung, dass du das äußerst.

 

2. Wähle zwischen Online-, Telefon- und persönlicher Beratung

Als hochsensible Person ist es wichtig, dass du dich in der Beratung sicher und wohl fühlst. Welche Form für dich am besten passt, hängt davon ab, wie du Reize verarbeitest und in welcher Umgebung du dich am besten öffnen kannst.

  • Onlineberatung: Wenn du dich zu Hause am entspanntesten fühlst, ist die Onlineberatung eine wunderbare Möglichkeit. Du kannst in deiner vertrauten, reizarmen Umgebung über deine Themen sprechen – ganz flexibel und ohne Anfahrt. Besonders bei Stress oder Überforderung kann das sehr entlastend sein. Zwar siehst und hörst du die beratende Person, allerdings sind die Schwingungen zwischen euch etwas abgedämpfter als im persönlichen Gespräch vor Ort.
  • Telefonberatung: Vielleicht möchtest du lieber anonym bleiben oder dich ganz auf das Gespräch konzentrieren, ohne Blickkontakt oder Ablenkungen. Dann ist die Telefonberatung ideal für dich. Viele Hochsensible empfinden sie als angenehm ruhig und fokussiert. Dies ist auch die Beratungsart, die besonders reizarm ist. Du kannst sie auch in Anspruch nehmen, wenn du gerade unterwegs bist.
  • Persönliche Beratung: Wenn du den direkten Kontakt und die persönliche Atmosphäre schätzt und gut mit Schwingungen deines Gegenübers zurechtkommst, kann eine Beratung vor Ort genau das Richtige sein. Durch Mimik, Gestik und den Austausch im selben Raum entsteht oft eine besonders tiefe Verbindung.

Egal, für welche Form du dich entscheidest – achte darauf, dass sie zu dir, deinem Alltag und deinem Wohlbefinden passt. Eine gute Beratung bei Hochsensibilität respektiert dein Bedürfnis nach Ruhe, Achtsamkeit und Vertrauen.

Vor- und Nachteile verschiedener Beratungsarten für Menschen mit Hochsensibilität

3. Achte auf Qualifikation und Spezialisierung

Wenn du dich für eine Beratung bei Hochsensibilität entscheidest, lohnt es sich, genau hinzuschauen. Seriöse Berater und Beraterinnen gehen offen mit ihren Ausbildungen und Schwerpunkten um und erklären transparent, wie sie arbeiten und mit welchen Kosten du rechnen musst.

Achte darauf, dass deine Beraterin oder dein Berater Erfahrung im Umgang mit hochsensiblen Menschen hat – am besten mit einer Zusatzausbildung in Themen wie Hochsensibilität, Achtsamkeit oder Stressbewältigung.

Natürlich ist es am besten, wenn deine beratende Person auch hochsensibel ist – dann kann sie sich noch besser in dich einfühlen.

Auch Zertifikate, Mitgliedschaften in Berufsverbänden oder klare Datenschutzrichtlinien sind gute Hinweise auf Qualität und Professionalität. So kannst du sicher sein, dass du in achtsamen und kompetenten Händen bist.

Tipp: Falls du auf der Suche nach einer Online- oder Telefonberatung zum Thema Hochsensibilität bist, dann schau dir gern einmal mein Beratungsangebot an!

 

Was Beratung bei Hochsensibilität leisten kann – und was nicht

Wenn du dich für eine Beratung entscheidest, um besser mit deiner Hochsensibilität umgehen zu können, ist eines wichtig zu wissen: Auch eine Beratung hat ihre Grenzen.

Eine Beratung Hochsensibilität kann dich darin unterstützen:

  • deine Stärken und Bedürfnisse besser zu verstehen
  • Stress zu reduzieren
  • Perfektionismus ablegen zu können
  • praktische Strategien für den Alltag zu entwickeln
  • gesunde Grenzen zu setzen und Selbstfürsorge zu integrieren
  • Schuldgefühle abzubauen

 

Sie ersetzt allerdings keine medizinische Behandlung oder Therapie bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Traumafolgen. Beratung bei Hochsensibilität kann dir zwar Werkzeuge und Einsichten geben, um besser mit deiner Hochsensibilität umzugehen, aber sie löst keine tief sitzenden psychischen Probleme von allein.

Wenn du merkst, dass du über längere Zeit stark belastet bist, lohnt es sich, professionelle Therapie oder medizinische Unterstützung in Anspruch zu nehmen – und die Beratung als Zusatz zu betrachten.

So kannst du sicherstellen, dass du auf allen Ebenen gut begleitet wirst – sowohl in deiner persönlichen Entwicklung als HSP als auch bei gesundheitlichen Herausforderungen.

 

Hinweis: Falls du dich zum Thema Trauma und Hochsensibilität informieren möchtest, dann lade dir einfach meinen kostenfreien PDF herunter!

 

Hochsensibel und unverstanden: Gesunder Umgang mit Unverständnis

Hochsensibel und unverstanden: Gesunder Umgang mit Unverständnis

Fühlst du dich manchmal wie ein Alien, das keiner versteht? Du bist nicht allein! Vielen hochsensiblen Menschen geht es so und sie alle leiden darunter, kaum Verständnis zu bekommen. Ich zeige dir heute, wie du damit umgehst und dich trotzdem wohlfühlen kannst.

 

Du nimmst mit:

  • warum es anderen Menschen schwerfällt, sich in dich hineinzuversetzen
  • was du tun kannst, damit andere dich besser verstehen können
  • wie du unabhängiger davon wirst, ob andere deine Hochsensibilität verstehen oder nicht

Tipp: Falls du auf der Suche nach einfühlsamen Geschichten zum Thema Hochsensibilität bist, dann schau gern mal bei meinen Kinderbüchern und Hörbüchern vorbei!

 

 

Hochsensibilität verstehen – für Unbetroffene oft schwer

 

Kennst du das?

Du kannst dich in fast jeden Menschen hineinversetzen, seine Gefühle wahrnehmen und spüren, wie es ihm wirklich geht. Aber andersherum erfährst du oft, dass du in deiner Einzigartigkeit und Hochsensibilität nicht verstanden und vielleicht sogar infrage gestellt wirst?

Das liegt einfach daran, dass wir HSP in der Unterzahl sind!

Du mit deinen feinen Antennen bist größtenteils von Menschen umgeben, deren Gehirn ein bisschen anders arbeitet als deins.

Menschen, die nicht so sensibel sind, nehmen von Natur aus viel weniger Reize wahr als du. Ihr Gehirn filtert mehr Eindrücke und beschränkt sich auf das Wesentliche. Deshalb können sie nicht verstehen, warum du als hochsensibler Mensch emotional stärker reagierst, anderen förmlich in die Seele schauen kannst und Probleme beim Grenzen setzen hast.

 

JEDER MENSCH HAT EINEN ANDEREN ZUGANG ZUR WELT.

Und da Hochsensible auch das Ungesagte hören und das Verborgene sehen, haben sie oft das Gefühl, unverstanden zu sein. Dabei geschieht das meistens nicht aus böser Absicht – sondern schlicht aus der Tatsache heraus, dass die Mehrheit der Menschen die Welt weniger detailliert wahrnimmt als du.

Darum können Nicht-Hochsensible Menschen mit Hochsensibilität nicht verstehen

 

Was du als hochsensibler Mensch gegen Unverständnis tun kannst

 

Als erstes solltest du die Erwartung loslassen, von weniger sensiblen Menschen in der Tiefe wirklich emotional verstanden zu werden. Sie verfügen schlicht nicht über die Energiesensibilität, die für dich normal ist.

SIE KÖNNEN ES NICHT. Egal, wie sehr sie sich anstrengen.

Das tut vielleicht im ersten Moment weh. Aber irgendwann wirst du akzeptieren können, dass es so ist. Du kannst immerhin dafür sorgen, dass sie kognitiv verstehen, wie du als hochsensibler Mensch funktionierst. Damit sie auf dich besser Rücksicht nehmen und du dich sicherer fühlst.

 

Hochsensibel und unverstanden? Versuche, deine Mitmenschen aufzuklären, indem du:

  • ihnen mitteilst, wie dein Gehirn arbeitet und dass du viel mehr Reize aufnimmst
  • authentisch bist und ihnen Einblicke in deine Gefühlswelt gibst (in einem Rahmen, der sich gut anfühlt)
  • deine Hochsensibilität einsetzt, um z. B. eine angespannte Situation aufzulösen

Du bestimmst natürlich, inwieweit du dich anderen Menschen gegenüber öffnest. Da Hochsensibilität und Intuition meist zusammenspielen, weißt du, welches Maß an Öffnung angebracht ist.

Erwarte nicht zu viel!

Mir passiert es leider immer noch, dass manche Menschen mit Angriff und Unverständnis auf meine Hochsensibilität reagieren. In diesen Fällen ist es für mich völlig OK, den Kontakt auf das absolute Minimum zu reduzieren.

 

 

Hochsensibel und unverstanden? Finde andere hochsensible Menschen!

 

Wenn du dich in deiner Hochsensibilität einsam fühlst, dann kannst du versuchen, andere Menschen mit dieser Gabe zu finden. Du bist ja zum Glück nicht der einzige Mensch mit feinen Antennen! 

Ich selbst habe gute Erfahrungen mit HSP-Austauschforen gemacht.

Es gibt ganz verschiedene Angebote, viele davon sind auch kostenfrei. In meinem Fall konnte ich einfach einen kleinen Steckbrief zu meiner Person im Forum hinterlassen und wurde dann von interessierten Hochsensiblen per Mail angeschrieben. Auch ich konnte HSP, deren Steckbrief mich ansprach, per Mail anschreiben.

 

Daraus hat sich ein reger Austausch mit ganz tollen hochsensiblen Persönlichkeiten entwickelt, der mich wirklich bereichert hat. Und ich habe bemerkt, wie ähnlich die Themen sind, die uns bewegen, z. B. die Angst, nicht gut genug zu sein.

Vielleicht findest du auch in deiner unmittelbaren Umgebung hochsensible Menschen, die verstehen können, wie du die Welt siehst.

So können sich Hochsensible gegenseitig supporten: emotional, sozial, Alltagsbewältigung, inneres Wachstum, spirituell

 

Übe dich als hochsensibler Mensch in mehr Verständnis für dich selbst!

 

Du bist die einzige Person, die dich in- und auswendig kennt.

Kein anderer Mensch kann zu 100 % nachempfinden, was in dir vorgeht. Selbst andere hochsensible Menschen können nicht wissen, was genau du für Erfahrungen gemacht hast und warum du in welcher Situation reagierst, wie du es tust.

Darum solltest du dir selbst das geben, was du brauchst, um dich nicht ewig hochsensibel und unverstanden zu fühlen: Selbstakzeptanz, Selbstwert, Selbstliebe und Verständnis für dich! Lass dich nicht von Reizschuld unterkriegen, wenn du für dich selbst sorgst, sondern lerne, für dich einzustehen.

 

Tipp: Eine Beratung zum Thema Hochsensibilität kann dich dabei unterstützen, dein Selbstvertrauen zu stärken.

Davon protifieren Hochsensible, wenn Selbstverständnis wächst: Authentizität, Sicherheit, Unabhängigkeit

Versuche, dir selbst ein guter Freund/eine gute Freundin zu werden, indem du dich noch besser kennenlernst und dich in deiner Einzigartigkeit schätzt. So wirst du auf lange Sicht unabhängiger von anderen Menschen und lebst zufriedener.

Das kann dir dabei helfen, mehr Verständnis für dich und deine Hochsensibilität aufzubringen:

  • Erkenne an, aus welchen Lebensumständen du erwachsen bist und was du bereits alles geschafft hast (auch wenn es manchmal schwierig war und du dich einsam gefühlt hast).
  • Gib dir die innere Geborgenheit, die du bisher bei anderen Menschen gesucht hast.
  • Behandle dich gut! Iss gesund, nimm dir viel Zeit für dich und feiere dich für deine Einzigartigkeit.
  • Sei gut zu dir, wenn du mal einen schlechten Tag hast und vergleiche dich nie mit Nicht-HSP.
  • Mache deine Hochsensibilität im Beruf zu deiner Superkraft und sei dankbar dafür, dass du die Welt viel bunter, facettenreicher und tiefer wahrnehmen kannst, als die breite Masse!

DU BIST EIN GESCHENK!

Je mehr Verständnis du für dich selbst aufbringen kannst, desto größer werden dein Selbstvertrauen und dein Selbstbewusstsein. Irgendwann wird es dir nicht mehr so wichtig sein, ob andere Menschen dich verstehen können.

 

 

Fazit: Hochsensibel und unverstanden? Das muss nicht so bleiben!

 

HSP fühlen sich in der Welt, die sich viel zu schnell dreht und manchmal viel zu laut ist, in ihrer Hochsensibilität oft unverstanden und allein.

Wenn es auch dir so geht, dann kannst du Einiges dafür tun, dass dein Wohlbefinden nicht darunter leidet.

Versuche, Nicht-HSP über deine hohe Sensibilität zu informieren. Du wirst bemerken, wer dir wirklich zuhört und wer eher mit Abneigung reagiert. Menschen, denen du etwas bedeutest, werden dir mit Offenheit und Wohlwollen begegnen.

Zudem kannst du auf HSP-Austauschforen nach anderen Hochsensiblen Ausschau halten, die sich in ihrer Umgebung vielleicht auch unverstanden fühlen.

 

Am wichtigsten ist, dass du für dich selbst Verständnis aufbringen kannst! Je selbstbewusster du mit dir und deiner Hochsensibilität umgehst, desto unabhängiger bist du vom Verständnis anderer.

Falls du dabei ein wenig Unterstützung brauchen solltest, dann nimm gern Kontakt zu mir auf.

Zu hohes Verantwortungsbewusstsein: 3 Tipps für Hochsensible

Zu hohes Verantwortungsbewusstsein: 3 Tipps für Hochsensible

Du fühlst dich anderen gegenüber so sehr verantwortlich, dass du nach und nach ausbrennst? Vielen HSP geht es ähnlich. Ich möchte dir heute zeigen, wie Hochsensibilität und Verantwortung zusammenhängen und wie du es schaffen kannst, Verantwortung für andere abzugeben.

 

Du nimmst mit:

  • welche Gründe es haben könnte, dass du dich für andere verantwortlich fühlst
  • warum es sich lohnt, noch mehr in deine Eigenverantwortung zu kommen
  • dass du niemandem einen Gefallen tust, wenn du für Erwachsene Verantwortung übernimmst

Tipp: Was passiert, wenn ein hochsensibles Kind ein zu hohes Verantwortungsgefühl gegenüber seinem Haustier hat, kannst du dir in meinem Hörbuch „Mias Herz kann wieder lachen“ anhören.

Mias Herz kann wieder lachen, Kinderhörbuch für Hochsensible zum Thema Trauer

 

3 Gründe, warum Hochsensibilität & Verantwortungsgefühl zusammenhängen

 

Mir als HSP fällt es schwer, zwischenmenschliche Konflikte in meinem Umfeld auszuhalten.

Vielleicht geht es auch dir so, dass du alles dafür tun möchtest, damit es in deinen Beziehungen (Partnerschaft, Freundschaft, Familie) harmonisch zugeht. Viele hochsensible Erwachsene – und sogar hochsensible Kinder – neigen dazu, die Baustellen anderer aufzuräumen und viel zu viel soziale Verantwortung zu übernehmen.

Was lieb gemeint ist, führt aber nur dazu, dass du langfristig ausbrennst und keine Kraft mehr hast, dich um dein eigenes Leben zu kümmern.

Je mehr Verantwortung du für andere trägst, desto weniger Eigenverantwortung kannst du übernehmen.

 

Hier sind 3 Gründe, warum du dich als HSP für andere verantwortlich fühlen könntest:

  1. Du nimmst dank deiner Hochsensibilität Schwingungen deutlich wahr. Dadurch hast du schon als Kind gespürt, wenn deine Bezugspersonen Hilfe brauchten und Disharmonien das Familiengefüge in Gefahr brachten. Vielleicht musstest du für deine Eltern Verantwortung übernehmen, damit dein eigenes Überleben (Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit) gesichert war.
  2. Weil dir die innere Geborgenheit fehlt, erhoffst du dir, sie bei anderen zu finden. Du opferst dich für andere auf, um bei ihnen Anerkennung und das Gefühl von Zugehörigkeit zu erhalten. Selbst bei Menschen, die dir schon oft weh getan haben, fährst du diese Strategie – in der Hoffnung, doch noch irgendwann von ihnen das zu bekommen, was du früher gebraucht hättest.
  3. Ziemlich alte, verkrustete Rollenbilder haben Einfluss auf deine Persönlichkeit. Wenn du gelernt hast, dass z. B. eine Frau nur dann wertvoll ist, wenn sie sich für andere aufopfert, dann fällt es dir schwer, die Verantwortung für andere wieder abzugeben.

 

ABER: All das kannst du verändern, wenn du es dir bewusst machst. Die einzige Verantwortung, die du wirklich tragen musst, ist deine Eigenverantwortung.

Und je mehr Liebe und Wertschätzung du dir gegenüber empfindest, desto leichter fällt es dir, die Verantwortung für andere wieder abzugeben bzw. auf ein gesundes Maß zu reduzieren.

 

Tipp 1: Hochsensibilität schützen & Verantwortung abgeben: Sprich darüber!

 

Ehrlich währt am längsten – so sagt man doch.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du von Menschen umgeben bist, die dich in deiner Einzigartigkeit lieben und schätzen. Scheue dich nicht, ihnen gegenüber offen und ehrlich mitzuteilen, wie du empfindest.

Wenn du das Gefühl hast, für sie aufgrund deiner Hochsensibilität Verantwortung übernommen zu haben, dann sprich das direkt an.

3 Sätze, mit denen du als Hochsensible anderen ihre Eigenverantwortung wiedergibst

Anschließend kümmerst du dich darum, deine Grenzen zu setzen und auch zu kommunizieren. Je reifer dein Gegenüber ist, desto mehr Verständnis wird es dafür haben.

Denn du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben! NIEMAND SONST.

In Jobangelegenheiten und in einem toxischen Umfeld brauchst du ein selbstbewusstes Auftreten, damit du Gehör findest. Sicher musst du mit Konfrontationen rechnen, denn viele finden es bequem, dir Verantwortung aufzudrücken.

Lass dich nicht auf Diskussionen ein und fall auch nicht darauf herein, wenn dich jemand emotional erpressen will (z. B. durch Schuldgefühle und dicke Kullertränen).

 

Tipp 2: Als hochsensibler Mensch Verantwortung durch Akzeptanz abgeben

 

Manche Dinge lassen sich nicht ändern.

Egal, wie sehr du dich um dich und deine Heilung kümmerst – dein Umfeld wird es dir nicht unbedingt gleichtun. Daher solltest du die Erwartung loslassen, dass du durch deine Prozesse andere retten kannst oder sich bei ihnen etwas grundlegend verändert.

Wer z. B. ignorante, narzisstische Eltern hat, kann sich durch Erklärungen und Mitteilungen noch so sehr erhoffen, dass sie sich verändern.

 

Solche Eltern werden das nicht tun. Ihre Mechanismen und Ängste sind stark. Viel wahrscheinlicher ist es, dass sie dir mit Schulzuweisungen und Vorwürfen begegnen. Alles, was du bekommst, ist das Gefühl, hochsensibel und unverstanden zu sein.

Du tust dir einen Riesengefallen, wenn du sie in ihre Eigenverantwortung entlässt, denn du wirst mit deinem Verhalten nicht das bewirken, was du dir wünschst.

Je eher du akzeptieren kannst, dass sich einige Menschen nie ändern werden, desto besser kannst du die Verantwortung an sie zurückgeben.

 

Tipp 3: Als HSP Eigenverantwortung übernehmen & eigene Bedürftigkeit stillen

 

Sei mal ganz ehrlich: Auch wenn es auf den ersten Blick nicht offensichtlich ist, so verfolgst du doch auch eigene Interessen, wenn du die Verantwortung für andere übernimmst, oder nicht? Es ist ein tolles Gefühl, für seine Unterstützung Anerkennung und Bestätigung zu bekommen.

Warum hochsensible Menschen Verantwortng für andere übernehmen, anstatt Eigenverantwortung zu tragen

Das ist überhaupt kein Vorwurf!

Es soll dich nur ein bisschen zum Nachdenken anregen. Wir sind ja alle Menschen und handeln aus bestimmten Motiven.

 

Wer sich als hochsensibler Mensch für andere verantwortlich fühlt, hat oft ein Problem damit, die Kontrolle abzugeben, weil er sich innendrin unsicher fühlt. Mir ging das jedenfalls so.

Darum ist es wichtig, all die ungestillten Bedürfnisse des inneren Kindes zu beleuchten und sich anschließend um sie zu kümmern.

DENN:

  • Nur in dir selbst kannst du zuhause sein. Egal, wie sehr du dich für andere aufopferst: Die Anerkennung, die du dir erhoffst, ist nur von kurzer Dauer und ersetzt ein tiefes Gefühl von innerer Sicherheit nicht!
  • Du könntest als übergriffig wahrgenommen werden, wenn du aufgrund deiner Hochsensibilität die Verantwortung für andere übernimmst. Auch das kann grenzverletzendes Verhalten sein – denn du sprichst deinem Gegenüber die Eigenverantwortung ab.

Es ist gesünder für dich, wenn du deinen Fokus mehr auf dich selbst richtest und die Verantwortung für andere durch Eigenverantwortung für dich ersetzt.

All das, was du glaubst, von anderen Menschen zu brauchen, ist schon in dir. Und je mehr Zeit du dir für dich nimmst, desto eher wirst du in dir finden, was du bisher bei anderen gesucht hast. Schütze deine Hochsensibilität im Alltag und gib die Verantwortung für andere getrost an sie zurück.

 

Fazit: Hochsensibilität & Verantwortung – Komm in deine Kraft!

 

DU BIST JETZT ERWACHSEN.

Obwohl dein inneres Kind vielleicht noch glaubt, für irgendwen Verantwortung übernehmen zu müssen, um zu überleben: Tu dir selbst einen Gefallen und teile ihm mit, dass das nicht mehr nötig ist.

Übernimm stattdessen als hochsensibler Mensch Eigenverantwortung für dich und all das, was in dir verletzt ist.

Du bist nicht darauf angewiesen, dich aufzuopfern, um von anderen das zu bekommen, was du brauchst. Du kannst es dir selbst geben und bist so viel unabhängiger und freier.

 

Hochsensibilität und Intuition sind deine stärksten Tools, um mehr in deine Kraft zu kommen und deine eigene Bedürftigkeit zu stillen. So fällt es dir viel leichter, trotz Hochsensibilität die Verantwortung für andere abzugeben.

Möchtest du, dass mal jemand von außen auf dich und deine Lebenssituation schaut? Dann nimm gern Kontakt zu mir auf.